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Stadtbahn Rendsburg : Der Preis für drei Stationen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Für die Wiederbelebung der Strecke zwischen dem Rendsburger Bahnhof und Seemühlen-Nord müsste die Stadt bis zu 155 000 Euro hinblättern. Wie sie das Geld wieder erwirtschaften könnte, ist unklar.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Seit Jahren wird über sie diskutiert und gestritten – jetzt liegen erstmals konkrete Zahlen zu den Kosten einer möglichen Wiederbelebung der Bahnstrecke zwischen dem Bahnhof und Seemühlen-Nord vor. Wie aus den Vorlagen zur kommenden Sitzung des Bauausschusses hervorgeht, wird Rendsburg voraussichtlich zwischen 135 000 und 155 000 Euro aus eigener Tasche zahlen müssen, um die Infrastruktur im Umfeld der drei Stationen entlang der 2,7 Kilometer langen Gleistrasse zu errichten. Das geht aus einer Berechnung der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) hervor. „Inwieweit der kommunale Eigenanteil durch Verpachtungserlöse und ggf. ersparte Kosten der heute kommunalen Schieneninfrastruktur gegenfinanziert werden kann, ist durch die Stadt Rendsburg zu klären“, heißt es in der Kostenermittlung.

Die Gesamtsumme für die Ausstattung von drei Haltestationen in Kronwerk, Mastbrook und Seemühlen mit einem Zugangsbereich sowie Fahrrad- und Pkw-Stellplätzen betragen knapp 380 000 Euro. Den größten Teil – zwischen 225 000 und 245 000 Euro – übernimmt das Land. Auch die Bahnübergänge sowie die voraussichtlich zig Millionen Euro teure Sanierung der Schienen, die für einen Pendelverkehr auf Dauer nicht mehr stabil genug sind, werden aus Kiel bezahlt.

Unterdessen regt sich im Vorfeld der Ausschusssitzung heftiger Widerstand. Die Bürgerinitiative für Lebensqualität Rendsburg Nord e.V. listet in einer Mail Nachteile auf, die der Stadt und den Anwohnern der Strecke ihrer Ansicht nach durch die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs entstehen. Die jährlichen Betriebskosten für Winterdienst, Müllbeseitigung und Schäden durch Vandalismus könne sich Rendsburg in der jetzigen Situation nicht leisten. „Dass die Zuständigen diese Problematik gerne verdrängen und die Städte damit alleine lassen, zeigt das aktuelle Beispiel Rendsburger Bahnhof. Sanierung teilweise fehlgeschlagen, defekte Toiletten werden nicht repariert“, heißt es in der an zahlreiche Mandatsträger verschickten Mitteilung. Anwohner müssten durch die Lärmbelästigung einen Verlust ihrer Grundstückswerte hinnehmen, dies könne zu Klagen führen.

Neben der Stadtbahn stehen Dienstag weitere wichtige Themen auf dem Plan:

Das Sanierungsgebiet Altstadt soll in trockene Tücher gebracht werden. Die Satzung liegt beschlussfertig vor. Sowohl das Hertie-Haus als auch der denkmalgeschützte Landsknecht sind Teil des 6,6-Hektar-Areals.

Für den städtebaulichen Realisierungswettbewerb Eiderkaserne wird dem Ausschuss ein Zeitplan vorgelegt. Und auch im nicht-öffentlichen Teil geht es um die ehemalige Kaserne. Welche privaten Investoren haben bislang Interesse an der Liegenschaft gezeigt und wie könnte man diese wieder ins Boot holen?


Der Bauausschuss tagt am Dienstag, 4. März (18 Uhr), im Alten Rathaus.

 

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