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Kino-Event in Rendsburg : Der Norden ist ganz großes Kino

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kommende Woche findet das zweite Filmfest der beiden Rendsburger Lichtspielhäuser statt. Regisseure und Darsteller begleiten die Vorstellungen.

Woran erkennt man einen Schleswig-Holsteiner? Die als typisch geltenden Charakterzüge sind schnell aufgezählt: Wortkarg seien die Nordlichter, zurückhaltend gegenüber Fremden, bedächtig und kühl, der Heimat verbunden. Humor? Nicht vorhanden. Und wenn doch, dann verstehe ihn keiner. Die „kühlen Blonden“ lieben Fisch und Labskaus. Soweit die Klischees. Wer aber einen Blick auf die wahren Eigenschaften der Menschen von der Küste werfen möchte, sollte das Norddeutsche Filmfest in den Rendsburger Kinos besuchen. In der nächsten Woche spielen von Donnerstag bis Sonntag (23. bis 26. Februar) Produktionen aus dem hohen Norden die Hauptrolle in den beiden Lichtspielhäusern der Stadt.

Das Kino-Festival des Nordens ist bereits die zweite Auflage. Im vergangenen Jahr hatten Karen und Hans von Fehrn-Stender von der Schauburg und Nicole Claussen, Inhaberin des Kinocenters, gemeinsam das Filmfest aus der Taufe gehoben. „Die Stimmung in jeder Veranstaltung war toll“, erinnert sich Nicole Claussen an den Erfolg. „Wir haben viel Zuspruch von Gästen, aber auch von Filmemachern erhalten“, ergänzt Karen von Fehrn-Stender. Schon nach der Premiere stand daher fest, dass das Filmfest wiederholt und langfristig als fester Bestandteil im Kulturprogramm der Stadt etabliert werden soll. Die Veranstalter haben dieses Mal neun Programmpunkte an vier Tagen für die Besucher ausgesucht: Die Auswahl reicht von der Komödie über Dokumentationen und Kinderfilm bis zu Kurzfilmen. Auch bei der Fortsetzung machen die Rendsburger Traditionshäuser Schauburg und Kinocenter wieder gemeinsame Sache, um das Publikum für einen Kinobesuch zu begeistern und die Attraktivität von Rendsburg über die Stadtgrenzen hinaus zu steigern. Um dem Namen des Festivals gerecht zu werden, schafften es erneut nur Streifen auf den Programmzettel, die in Norddeutschland gedreht worden sind, im Norden spielen oder die norddeutsche Mentalität widerspiegeln.

„Es werden aber nicht nur eine Reihe von Filmen abgespult“, sagt Karen von Fehrn-Stender. „Das Besondere unseres Festivals ist das Rahmenprogramm.“ Die Kinobetreiber haben Filmemacher, Kameraleute und Regisseure eingeladen, die an den Vorstellungen teilnehmen, um den Zuschauern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben und sich mit ihnen auszutauschen. „Das Publikum soll Stars und Sternchen einmal live erleben können.“ Zur Eröffnung des Festivals am Donnerstag, 23. Februar, ist zum Beispiel der Nordseetaucher Andi Peters mit seinem Team im Kinocenter zu Gast. Die Experten geben Auskünfte zur Dokumentation „Die Wracktaucher“, die um 20.15 Uhr gezeigt wird. Der Streifen begleitet die erfahrene Tauchcrew zum Grund der Nordsee und schildert ihre Suche nach Wracks und Schätzen.

Auch Regisseur Christian Hornung begleitet die Vorstellung seiner „Liebeserklärung an St. Pauli“ am Freitag, 24.    Februar (20 Uhr) in der Schauburg persönlich. Er wird den Streifen unter dem Titel „Manche hatten Krokodile“ präsentieren. Der Film handelt von Typen auf   St. Pauli, die vor Jahrzehnten dort gestrandet sind. Sie erzählen von der Suche nach Gold und von sinkenden Schiffen, vom Kiez-Alltag und von Krokodilen – und von den Sparclubs, in denen sie bis heute Mitglied sind. Christian Hornung arbeitete drei Jahre lang an dem Projekt, das ein authentisches Bild der Kneipenkultur geben, den „echten Kiez“ zeigen und mit Klischees aufräumen soll.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 11:09 Uhr

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