Konzert : Der letzte Ton ist verklungen

Am Kontrabass spielte Luca Causemann eigene Stücke.
Am Kontrabass spielte Luca Causemann eigene Stücke.

Oberstufenorchester der Waldorfschule Rendsburg verabschiedet sich nach mehr als 30 Jahren. Einrichtung schließt im Sommer.

shz.de von
21. Mai 2018, 11:04 Uhr

Rendsburg | Donnerstag, halb acht: Letzte Sonnenstrahlen eines denkwürdigen Tages belichten den Festsaal der Freien Waldorfschule: Nach mehr als 30 Jahren intensiver Orchesterarbeit beginnt das Abschiedskonzert des Oberstufenorchesters der Schule. Da sie wegen der Insolvenz des Trägervereins zum Sommer schließt, steht die Frage im Raum: Ein Abschied für immer? Zumindest für die Abschlussjahrgänge, lieber nicht für die restlichen Oberstufenklassen.

Musiklehrer Jan Wedekind hat mit Friederike Bruhn und Unterstützung der Eltern ein populäres Programm einstudiert. An diesem Abend steht nicht so sehr der soziale Aspekt des Musizierens an der Waldorfschule im Vordergrund („Gemeinsam anfangen, gemeinsam aufhören, aufeinander achten“), sondern die Hoffnung, dass dieses Konzert nicht wirklich „Abschied“ bedeutet.

Das Programm enthält barocke Klänge, Filmmusik und Pop-Melodien, aber auch eigene Werke wie Luca Causemanns Komposition für Kontrabass und Streichorchester, das sie als Solistin mit aufführte. Es bietet auch Gelegenheiten fürs Publikum, in der Verbindung von Zitaten bekannter Werke, unter anderem Johann Sebastian Bachs d-Moll Toccata, weitere Melodie-Bausteine zu entdecken. Nach einem Satz echtem Bach mit Myla Delfs ist das auch ein Hinweis auf die große Zeitspanne des Musikprogramms. Es reicht von Tango-Rhythmen bis hin zu Filmmusik („Game of Thrones“ und „Star Wars“).

Als Abschluss hat Wedekind mit Bezug auf die jüngste Entwicklung eine Überraschung versprochen. Der Dirigent begleitet den Hit „The final countdown“ am Schlagzeug. Der Text: „Wir brechen zusammen auf. Aber dennoch ist es ein Abschied. Und vielleicht werden wir zurückkommen. Ich schätze, daran ist niemand schuld. Wir verlassen den Boden. Werden die Dinge jemals wieder dieselben sein? Es ist der letzte Countdown“. Es ist auch Wedekinds persönlicher Abschied. Sein Dank gilt an allen Unterstützer. Ohne Wehmut, aber mit der Hoffnung: „Es muss weitergehen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen