Nach der Havarie : Der lange Weg zur neuen Schwebefähre in Rendsburg

Der Fährkörper der alten Schwebefähre, von Experten auch Gondel genannt, liegt auf dem Bauhof-Gelände des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau an der Blenkinsopstraße.
Der Fährkörper der alten Schwebefähre, von Experten auch Gondel genannt, liegt auf dem Bauhof-Gelände des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau an der Blenkinsopstraße.

Am Montag jährt sich die Havarie zum zweiten Mal .

shz.de von
07. Januar 2018, 09:00 Uhr

Auch zwei Jahre nach der Havarie der Schwebefähre ist weiter unklar, wann das Nachfolgemodell in Betrieb gehen wird. Die Kanalverwaltung hat den vom Bund finanzierten Neubau noch nicht in Auftrag gegeben. Seit geraumer Zeit verhandelt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSA) mit Vertretern von Unternehmen, die sich für den Millionenauftrag interessieren. Eine erste Vorauswahl wurde getroffen. Der sogenannte Teilnahmewettbewerb ist abgeschlossen. Ziel war es, Firmen zu finden, denen zuzutrauen ist, eine neue Schwebefähre zu entwickeln und zu bauen. Vereinbart wurde, dass die noch verbliebenen Bewerber im April ihre ersten Planungen und Angebote einreichen. Alles noch unverbindlich, denn auf Grundlage dieser Unterlagen erfolgen weitere Verhandlungen, bevor ein Unternehmen den amtlichen Zuschlag erhält.

Der Ablauf danach hänge vom Bauzeitenplan der beauftragten Firma ab, teilte WSA-Sprecher Matthias Visser mit. Wie viele Betriebe noch im Rennen sind, wollte er wegen der strengen Geheimhaltungsregeln im Vergaberecht nicht sagen. Nach LZ-Informationen hat die Nobiskrug-Werft ihren Hut in den Ring geworfen. Lürssen-Kröger in Schacht-Audorf dagegen nicht.

In den europaweit veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen wird der 31. Dezember 2019 als Frist für die Fertigstellung genannt. Nach dieser Rechnung befinden sich die Beteiligten in diesen Tagen am Scheitelpunkt zwischen der Havarie und der geplanten Wiederinbetriebnahme. Ist dieser Termin noch realistisch? „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“, antwortet Visser. „Ich habe keine Hinweise, dass sich an unseren Planungen etwas verändert.“ Die voraussichtliche Bauzeit war von der Behörde zu Beginn der Ausschreibung mit eineinhalb Jahren beziffert worden. Antriebsart und Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Fähre müssen erhalten bleiben. Gleichzeitig müssen Steuerungs- und Überwachungstechnik in die Zukunft überführt werden. Dieser Spagat gilt unter Schifffahrtsexperten als der Knackpunkt beim Neubau. Das Schwebefähren-Original wurde am 8. Januar 2016 bei einer Kollision mit einem Frachter zerstört.

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