Der Künstler, der "das Holz fest im Griff" hat

'Figur, Zeder': Manfred Sihle-Wissel mit einer Skulptur von  2005. Foto: cc
"Figur, Zeder": Manfred Sihle-Wissel mit einer Skulptur von 2005. Foto: cc

Ausstellung von Manfred Sihle-Wissel wird morgen im Kulturzentrum eröffnet

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18. Juni 2011, 06:22 Uhr

Rendsburg | Wenn Dr. Martin Westphal Einladungen zu einer Eröffnung mit Rückantwortkarten verschickt, hat das eine besondere Bewandtnis: Der Leiter der Museen im Kulturzentrum erwartet große Aufmerksamkeit der Gäste für einen bedeutenden Künstler. Von der ersten Exposition des Bildhauers Manfred Sihle-Wissel in seinem Haus verspricht Westphal sich und dem Publikum "eine wunderschöne Sommerausstellung".

48 Skulpturen, Bronzen, Reliefs, Zeichnungen und Collagen, die meisten aus den vergangenen drei Jahren, hat der Künstler, der seit 1981 in Brammer lebt und arbeitet, für die Ausstellung ausgewählt. Der Großteil der dafür verwandten Hölzer stammt aus Südfrankreich, wo Sihle-Wissels Tochter als Ärztin arbeitet und besonders große Zedern stehen. Auch Eichenholz von Balken des ältesten, 1674 erbauten Hauses in seinem Wohnort hat der Bildhauer verarbeitet. Das Gebäude ist vor einigen Jahren zur Hälfte abgebrannt.

"Figur" lautet der schlichte Titel vieler Werke. Dafür trägt eines einen besonders langen Namen: "Von einem hethitischen Kollegen unfertig hinterlassenes Steinrelief in bemaltem Zedernholz weitergedacht" hat der Künstler in einem Museum in Ankara entdeckt.

Mit dem Bemalen des Materials hat Sihle-Wissel vor etwa 25 Jahren begonnen. Ein großes Lob bekam er dafür von Werner Hofmann, dem ehemaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle: "Das Holz hat dich und du hast es fest im Griff - auch die Bemalungen überzeugen."

Die Ausstellung wird morgen (11 Uhr) eröffnet. Einführende Worte spricht Dr. Jürgen Fitschen, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte.

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