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Landeszeitung

24. Oktober 2017 | 12:21 Uhr

Der Kreis sucht sein Markenzeichen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mit einem Zukunftskonzept will sich Rendsburg-Eckernförde besser vermarkten, um für Fachkräfte attraktiv zu sein / „Wir-Gefühl“ angestrebt

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erstellt am 14.Okt.2014 | 11:36 Uhr

Rendsburg-Eckernförde – ein Kreis ohne Profil. „Keiner weiß, wofür der Kreis steht“, sagt Pascal Ledune, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Das ist ein Ergebnis einer Befragung unter Unternehmen vom Beginn des Jahres (wir berichteten). Deshalb sollen sich Ledune und seine Mitarbeiter damit beschäftigen, wie sich der Kreis im „Kampf um Köpfe und Talente“ besser vermarkten kann. Eine Zukunftsstrategie soll her. So hat es Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer jetzt angestoßen.

Die Strategie soll eine Perspektive bieten, „wie es gelingen kann, dass sich der Kreis in einem immer stärkeren Wettbewerb um Unternehmen und Fachkräfte behauptet“, erklärte es Schwemer in seinem jüngsten Verwaltungsbericht. Es gehe darum, „auch in zehn oder 20 Jahren als attraktiver Wohn- und Lebensraum konkurrenzfähig zu sein“.

Letztlich stehe laut Pascal Ledune der Wirtschaftsstandort im Vordergrund. Doch um den zu stärken, sei es ebenso wichtig, die Lebensqualität zu steigern. Denn die nachwachsenden Fachkräfte wollen ihm zufolge nicht nur gute Arbeitsplätze. Für sie haben Familie und Freizeit einen ähnlich großen Stellenwert. Man müsse sich auf die Bedürfnisse der „Generation Y“ konzentrieren. Nachhaltig zu leben sei darüber hinaus ein weiteres Merkmal. „Da haben wir einige Argumente“, sagt Ledune. Die Vielfältigkeit des Kreises mit seinen Naturparken, der verkehrsgünstigen Lage und der Tourismus-Außenwirkung gehöre dazu. Dass die Region jedoch so verschieden ist, mache es schwer, ihn auf einen Nenner zu bringen und nach innen und außen zu vermarkten. „In Hanerau-Hademarschen ist es eben völlig anders als in Eckernförde“, sagt er. Im Zukunftskonzept soll erarbeitet werden, womit sich der Kreis von anderen abheben kann. Dazu sollen in bestimmten Schwerpunkten Projektideen entwickelt werden. Dazu gehören Bildung, Wirtschaft, Tourismus, Gesundheit, Mobilität und Infrastruktur. Geplant ist, diese Ideen auf die Förderkulissen der Aktiv-Regionen und des Zukunftsprogramms Wirtschaft zuzuschneiden. „Fördermittel zu generieren, ist jedoch nicht das oberste Ziel“, sagt Ledune.

Er wolle erreichen, dass sich alle Akteure im Kreis als Botschafter für den Standort sehen. Dazu wolle er in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen bringen, um in Konferenzen und Workshops Ideen zu entwickeln. Kurzfristig solle ein Wir-Gefühl entstehen, das sich langfristig verankert und in Projekten Ausdruck findet. Den Themen wolle er jedoch nicht vorgreifen, dazu solle zunächst ein Gutachter bestellt werden, der seine Arbeit in der ersten Hälfte 2015 aufnehmen soll.

Die Politik habe den Vorschlag wohlwollend aufgenommen. Auch um sich etwa von der Metropolregion Hamburg oder der Kiel-Region abzuheben. Über das Konzept wird in Kreis-Ausschüssen weiter beraten.

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