Der Kreis ist auf dem Weg - nach Hamburg

Hamburg ist nah: Der Kreis Rendsburg-Eckernförde möchte Mitglied der 'Metropolregion Hamburg' werden. Foto: dpa
Hamburg ist nah: Der Kreis Rendsburg-Eckernförde möchte Mitglied der "Metropolregion Hamburg" werden. Foto: dpa

Rendsburg-Eckernförde plant bis 2020 Mitgliedschaft in der "Metropolregion Hamburg" / Unternehmen und Institutionen sollen sich besser vermarkten können

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18. Juni 2011, 06:23 Uhr

rendsburg | Osterrönfeld, Borgstedt, Rendsburg - wo liegt das denn? Bei internationalen Ausschreibungen oder Gesprächen über mögliche Unternehmensansiedlungen fällt es den hiesigen Wirtschaftsmanagern oft schwer, Standorte im Kreis Rendsburg-Eckernförde zu beschreiben und dafür Interesse zu wecken. Grund genug, sich einen starken Partner zu suchen. Und der soll in Zukunft die "Metropolregion Hamburg" sein.

Diese Gemeinschaft, bestehend aus der Hansestadt und 14 Umlandkreisen, gehört nach Auffassung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises zu den wettbewerbsstärk sten Regionen Deutschlands. Auf einer Fläche von 20 000 Quadratkilometern leben hier etwa 4,3 Millionen Menschen. "Eine Mitgliedschaft halte ich für sehr sinnvoll", erklärte Landrat Rolf-Oliver Schwemer gestern auf Nachfrage der Landeszeitung. Allerdings sei es bis dahin ein langer Weg. Bis 2020 möchte der Kreis vollwertiges Mitglied werden. Dazu will Schwemer zunächst in die politischen Gremien gehen und für diese Idee werben. Abschließend könnte der Hauptausschuss oder der Kreistag ein entsprechendes Votum abgeben. "Aber es müssen natürlich noch viele andere mit ins Boot geholt werden", erklärte der Verwaltungschef. Ausserdem gebe es keinen Automatismus für den Erwerb der Mitgliedschaft, warnte Schwemer. Man müsse sehr beharrlich und über einen langen Zeitraum an der Idee arbeiten. Sonst sei man ewiger Kandidat. Als Beispiele für bislang erfolglose Versuche in die Metropolregion aufgenommen zu werden, nannte er die Anstrengungen von Lübeck und Neumünster.

Der Landrat machte deutlich, dass das Kreis-Engagement Richtung Hamburg nicht zu einer Vernachlässigung bereits bestehender Kooperationen führen werde. Er betonte, dass die Aufgaben genauso sorgfältig wahrgenommen würden wie bisher. Es werde niemand vernachlässigt.

Für WFG-Geschäftsführer Gerald Gehrtz bietet die Metropolregion eine große Chance, sich im internationalen Wettbewerb "gut zu platzieren". Unternehmen und Institutionen, zum Beispiel Hochschulen und Krankenhäuser, könnten sich mit der Marke "Metropolregion Hamburg" besser vermarkten. "Firmen und auch potentielle Arbeitskräfte von außerhalb werden so auf die Region aufmerksam", ist Gehrtz überzeugt. Er attestiert der Metropolregion ein erfolgreiches Arbeiten, vor allem in den letzten Jahren. 2009 sei eine zentrale Geschäftsstelle in Hamburg eingerichtet worden.

"Die Nähe Schleswig-Holsteins zu Hamburg und besonders des Kreises Rendsburg-Eckernförde zu Hamburg, stelle einen erheblichen Standortvorteil dar. Gehrtz ist überzeugt, dass solche Zentren mittlerer Größe, wie sie die Metropolregion Hamburg im europäischen Maßstab darstelle, weiter an Bedeutung gewinnen würden. Zur Verbesserung der Struktur und zur Entwicklung der Metropolregion haben Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Förderfonds eingerichtet. Antragsberechtigt seien neben der Hansestadt Kreise, Gemeinden, Ämter und Zweckverbände.

Gehrtz gab zu bedenken, dass die Konzentration der Wirtschaftskraft auf die Metropolregion zu einer Schwächung der angrenzenden Räume führen könnte. "Dies zeigt sich auch beim Blick auf die Bevölkerungsentwicklung, die in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren sehr unterschiedlich verlaufen wird." Während die vier unmittelbar an Hamburg angrenzenden Kreise (Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Segeberg und Pinneberg) die größte Wachstumsregion im Lande sein werden, erwartet man für die anderen Landesteile nur stagnierende beziehungsweise sinkende Einwohnerzahlen, erklärte der WFG-Geschäftsführer.

Zur "Metropolregion Hamburg" gehören die Kreise Cuxhaven, Dithmarschen, Harburg, Lauenburg, Lüchow Dannenberg, Lüneburg, Pinneberg, Rotenburg, Segeberg, Soltau Fallingbostel, Stade, Steinburg, Stormarn, Uelzen und Ludwigslust.

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