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Landeszeitung

23. August 2017 | 07:11 Uhr

Der Kontrast zum Krach auf der Straße

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das festliche Silvesterkonzert in der voll besetzten St.-Marien-Kirche war ein voller Erfolg / Volker Linhardt und Morten Jensen begeisterten

Wummernde Böller im Ohr, beißender Pulverdampf in der Nase – diese Eindrücke vom abendlichen Gang durch Rendsburg nahmen viele der Besucher des festlichen Silvesterkonzerts mit in die Vorstellung. In der St.-Marien-Kirche erlebten sie das angenehme Kontrastprogramm: Mit dem Betreten des Gotteshauses wurde es wohlriechend und ruhig. Gedämpfte Stimmen, leises Gemurmel. Wie schon bei der Nacht der Chöre war die Kirche weit vor Beginn des Konzerts voll besetzt. Sogar hinter die Chororgel hatten sich Zuhörer gesetzt. Im Hintergrund leise Trompeten-Einspieltöne von Morten Jensen, und Volker Linhardt wandelte, bereits voll konzentriert, hinter dem großen Tannenbaum vor dem Altar hin und her. Die Kirche war in festliches Kerzenlicht getaucht, dazu passte die elektrische Sicherheits-Beleuchtung am großen Tannenbaum.

Sogar ohne Musik stellte sich schon eine besinnliche und erwartungsvolle Jahresabschluss-Stimmung ein. In seiner Begrüßung wies Volker Linhardt darauf hin, dass 2014 gleich zwei Jubiläen mit festlichen Aktivitäten anlässlich „40 Jahre Sommerkonzerte“ und „90 Jahre Kantatenchor St. Marien“ bevorstehen. Alles nachzulesen im gerade fertiggestellten, noch druckfrischen Halbjahresprogramm.

Wiederum als großer Erfolg entpuppte sich das dritte festliche Silvesterkonzert, das Volker Linhardt seit dem ersten Jahr seines Amtsantritts 2010 in St. Marien am letzten Abend des Jahres anbietet. Linhardt an den beiden Orgeln der Marienkirche und Morten Jensen mit Trompete und Corno da caccia (Jagdhorn mit Ventilen) hatten ein passendes Programm zusammengestellt. Angefangen mit Giovanni Battista Martinis Toccata D-Dur auf der Chororgel konnte man wieder einmal den Organisten und den Trompeter „bei der Arbeit“ beobachten. Den größten Teil des Abends, darin das sanfte „Prayer of Saint Gregory“ für Trompete und Orgel, das klangprächtige „Carillon de Westminster“ von Louis Vierne sowie die Suite für Trompete und Orgel von Georg Friedrich Händel bestritten die beiden Künstler von der Orgelempore aus.

Händel mit vertrauten Themen, Vierne mit vielen Anspielungen an Glockenklänge – gar nicht so einfach auf der Orgel zu spielen, aber Volker Linhardt kann es! Mit kraftvoller Fröhlichkeit und voller Schwung erklang Louis Lefébure-Welys „Marsch“, sanfte Töne im „Panis Angelicus“ von César Franck (für Orgel und Corno da Caccia) und zum Schluss – nun wieder mit der großen Chororgel vor dem Altar – in strahlender Feierlichkeit der „Prince of Denmarks (Hochzeits-)Marsch“.

Insgesamt ein sehr wohlklingendes und sangliches Programm zum Abschluss des Kirchenmusikjahres 2013. Jedoch nicht genug, um einfach so nach Hause zu gehen. Zwei Zugaben erklatschte sich das Publikum. Erst danach war es nach dieser Wohlfühl- und Klangstunde bereit, den Weg nach Hause und ins neue Jahr anzutreten. Mit wummernden Böllern im Ohr und beißendem Pulverdampf in der Nase . . .


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erstellt am 02.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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