Wasser marsch! : Der Kampf gegen die Trockenheit

Mit der Gießkanne und reichlich Wasser hält Kleingärtnerin Ursula Kühl ihre „Husarenknöpfe“ in Schuss.
1 von 3
Mit der Gießkanne und reichlich Wasser hält Kleingärtnerin Ursula Kühl ihre „Husarenknöpfe“ in Schuss.

Die Kleingärtner und der Rendsburger Bauhof kommen mit dem Wässern kaum hinterher. Viele Blätter sind schon vertrocknet.

shz.de von
18. Juli 2018, 10:19 Uhr

Die anhaltende Trockenheit sorgt für Freud und Leid. Während die Freibäder in der Region vom Gästeansturm profitieren, kämpfen Kleingärtner um den Erhalt ihrer Pflanzen und Rasenflächen. Auch der städtische Bauhof kommt mit dem Wässern kaum hinterher.

Silke Harder besitzt seit vier Jahren eine Parzelle an der Danziger Straße. Die 58-Jährige ist täglich vor Ort. Der trockene Sommer macht sich auch auf ihrer 485 Quadratmeter großen Anlage bemerkbar. Der Rasen ist stellenweise völlig verbrannt, Blätter sind vertrocknet. Ihren Teich musste sie schon zwei Mal wieder auffüllen. Der fehlende Niederschlag macht ihr schwer zu schaffen. Alle zwei Tage greift die 58-Jährige zum Gartensprenger. Eine tägliche Bewässerung kommt für sie aus Kostengründen nicht in Frage. „Im vergangenen Jahr hatten wir zu viel Regen, jetzt haben wir zu wenig“, sagt sie. Trotzdem ist sie dankbar für den schönen Sommer. Vom Nass aus dem Gartenschlauch profitieren schließlich auch ihre Enkelkinder, die dadurch eine kostenlose Abkühlung bekommen.

Einen Vorzeige-Schrebergarten besitzen auch Ursula und Klaus Kühl. Das Ehepaar pflegt ihn seit mehr als 40 Jahren. Der ausbleibende Niederschlag stört die Rendsburger allerdings nicht. „Wir haben den Sprenger längst verstaut“, sagt die 78-Jährige. „Wenn man einmal damit anfängt, dann muss man dauernd gießen.“ Und trotzdem weist ihr Rasen keine verbrannten Flächen auf. Im Gegenteil: Er strahlt in einem kräftigen Grün. Lediglich die Topfblumen des Ehepaares bekommen Wasser aus der Regentonne.

Tipps für einen gesunden Rasen kennt Philipp Peikert, Geschäftsführer bei „Pflanzen Peikert“ an der Friedrichstädter Straße. „Der Rasen sollte ausgiebig einmal die Woche bewässert werden.“ Nur so könne das Wasser bis zu den Wurzeln vordringen. Hier empfiehlt der Profi-Gärtner eine Dauer von zwei bis drei Stunden mit dem Sprenger. Von täglicher Befeuchtung rät Peikert hingegen ab. „Bei Temperaturen über 30 Grad würde ich alle vier Tage bewässern.“

Nicht nur Blumengeschäfte und Kleingärtner kämpfen gegen die Trockenheit – auch der Rendsburger Umwelt- und Technikhof. Mitarbeiter Daniel Mohr ist täglich unterwegs. Vormittags kümmert er sich um die Neuanpflanzungen, nachmittags sind die Blumenampeln dran, beispielsweise auf dem Schloßplatz. Der tägliche Wassernachschub ist enorm wichtig, versichert Daniel Mohr. „Innerhalb von ein paar Tagen wäre alles vertrocknet.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen