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Aukruger Weg : Der Kampf gegen die Traubenkirsche

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Durch die Knickpflanzaktion will der Aukruger Bund erreichen, dass für viele Vogel- und Insektenarten ein Lebensraum entsteht.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die Knickpflanzaktion, die der Aukruger Bund für Natur- und Landschaftsschutz in Innien veranstaltete, hat gleich mehrere positive Effekte: Der mit heimischen Strauch- und Baumarten neu bepflanzte Knick soll künftig vielen Vogel- und Insektenarten als Lebensraum dienen, und die aus Amerika stammende spätblühende Traubenkirsche wird zurückgedrängt, um eine Wiese mit wertvollen Heidenelken- und Bergsandglöckchen-Vorkommen zu schützen.

„Dies ist einer der bedeutendsten Standorte für Bergsandglöckchen und Heidenelken in Schleswig-Holstein“, stellte Bund-Chef Jörg Rowehl fest, während er mit seinen Vereinskollegen bei strömendem Regen neue Knick-Bäumchen und -Sträucher anpflanzte. Seit 25 Jahren schon pflegt der Aukruger Bund für Natur- und Landschaftsschutz die gemeindeeigene Wiese auf dem Neuth in Innien, wo es neben flächendeckenden Vorkommen der seltenen Heidenelke (lateinischer Name: Dianthus deltoides) und des Bergsandglöckchens (Jasione montana) noch drei weitere „Rote Liste“-Pflanzen gibt: Sumpfschafgarbe (Achillea Ptarmica) und Doldiges Habichtskraut (Hieracium umbellatum) in kleiner Anzahl sowie Knäuel (Scleranthus annuus) in großer Anzahl.

Gefahr durch Überwucherung droht all diesen seltenen Pflanzenarten durch die spätblühende Traubenkirsche, die den benachbarten Knick vollständig eingenommen hat. „Diese Traubenkirsche hat die Forstwirtschaft mal aus Amerika eingeführt, weil sie schnell wächst“, weiß Rowehl, „aber das hat sich nun zum Fluch entwickelt, weil sie alle anderen Pflanzen überwuchert, und das ist genau das Problem, das wir hier haben.“ Die Amerikanische Traubenkirsche wird bekämpft, indem man sie etwa einen Meter über dem Boden kappt und ihre neuen Triebe dann regelmäßig wieder runter schneidet. „Das ist eine Methode, die auch vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek empfohlen wird“, sagt Rowehl. Ziel dieser Methode ist es, die spätblühende Traubenkirsche so lange zu schädigen, bis sie kapituliert: „Das hält sie auf Dauer nicht durch und geht ein.“

Der Vorsitzende des Aukruger Bundes ist zuversichtlich, der unerwünschten Einwanderin aus Amerika in absehbarer Zeit den Garaus zu machen: „Wir hoffen, dass der Knick in zwei bis drei Sommern traubenkirschenfrei sein wird.“ Ebereschen, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Holunder, Hainbuchen, Eichen und Hartriegel pflanzten die ehrenamtlichen Landschaftspfleger des Aukruger Bundes. „Wir pflegen die Landschaft, aber wir verbinden das immer auch mit Geselligkeit, und deswegen können wir unsere Leute auch gut motivieren“, sagt Rowehl (Telefon 0 48 73 / 96 04), „wer Lust hat, bei uns mitzumachen, kann sich gern melden.“

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