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Aukrug : Der Heizlüfter geht mit in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Marianne Krzykala wurde mit einem Empfang im Aukruger Gemeindehaus feierlich verabschiedet.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2014 | 18:05 Uhr

„Heute ist dein Abschied, darum feiern wir / viele deiner Freunde sind mit dir nun hier“, sang der VHS-Frauenchor im Gemeindehaus, „wie schön, dass wir beisammen sind / die Jahre sind vergangen wie der Wind.“ Verabschiedet wurde die Sekretärin der Kirchengemeinde Aukrug, Marianne Krzykala, und zwar nach einem Vierteljahrhundert, wie die Chorsängerinnen wussten. „25 Jahre ist ’ne lange Zeit / für große und kleine Dinge warst du stets bereit“, hatte „Kirchenzwerge“-Chefin Elke Bern getextet: „Montag, Dienstag, Mittwoch, das war ganz egal / am Donnerstag, da kamst du am Nachmittag noch mal.“

Im März 1989 hatte Marianne Krzykala ihren Dienst als Sekretärin im kirchlichen Gemeindebüro angetreten. Die gelernte Sozialversicherungsangestellte führte fortan die Kirchenbücher und Statistiken, nahm Anmeldungen für familiäre Kirchenfeiern entgegen und stellte Urkunden aus. „Alle Anmeldungen liefen über deinen Tisch, du warst für alle die erste Anlaufstation im Kirchenbüro“, stellte Pastorin Christiana Leykum fest, als sie sich am Ende des Gottesdienstes in der Aukruger Kirche an Marianne Krzykala wandte, „und aufgrund deiner lieben und warmherzigen Art fühlten sich immer alle gut bei dir aufgehoben.“

Knapp 25 Jahre nachdem Pastor Klaus Bröker die Sekretärin an gleicher Stelle begrüßt hatte, wurde sie mit einer feierlichen Zeremonie in den Ruhestand verabschiedet. „Marianne, heute endet dein Dienst“, verkündete Christina Leykum, „du bist nun frei von allen Aufgaben und Pflichten.“ Zehn Minuten später besetzte die Pastorin den frei gewordenen Posten neu, indem sie die neue Gemeindesekretärin Birgit Böhrnsen aus Bünzen ins Amt einführte.

„Taufen und Konfirmationen waren für mich immer das Schönste“, erzählte Marianne Krzykala der Landeszeitung beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus. „Wenn Jugendliche zur Konfirmation angemeldet wurden, war ich manches Mal erstaunt und dachte: Die haben doch eben gerade noch im Kinderwagen gesessen“, meinte Marianne Krzykala. „Wenn man dann das nächste Mal mit den Konfirmanden zu tun hatte, dachte man: Was? Die wollen schon heiraten?“ Im Ruhestand wird die gefühlte Zeit nun sogar noch schneller vergehen, weiß Klaus Bröker aus eigener Erfahrung: „Liebe Marianne, genieß die Zeit, denn die Tage vergehen unheimlich schnell!“ Der Ruhestand habe aber auch seine Vorzüge, betonte Bröker: „Es ist toll! Man hat keine Verantwortung mehr!“ Wenn man am Pastorat vorbeifahre, könne man sich sagen: „Gott sei Dank! Da muss ich jetzt nicht mehr hin! Das tangiert mich nicht mehr!“

Heidemarie Seider überreichte das Geschenk der Kirchengemeinde, des Kirchengemeinderats und der Mitarbeiter an Marianne Krzykala: einen Gutschein für ein Urlaubswochenende in Kühlungsborn. Zudem hatte Pastorin Leykum in einem kleinen Karton all das zusammengetragen, was beim Aufräumen des Kirchenbüros zutage gekommen war: unter anderem ein Taschenrechner, eine Wanderkarte und der Heizlüfter, der in den vergangenen 25 Jahren immer dann angeworfen wurde, wenn Gemeindesekretärin Marianne Krzykala kalte Füße verspürte.

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