Der Griff nach der Macht

Gerhard III. – Graf, Herzog und dänischer Regent

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04. Dezember 2014, 11:34 Uhr

Als König Christoph II. 1326 außer Landes gejagt worden ist, will niemand, dass dessen Sohn Erich Nachfolger wird. Gerhard III. schlägt vor, sein Mündel aus Schleswig zu wählen. Dem Vater dieses erst zwölfjährigen Waldemar war 1319 die Krone verwehrt worden.

Im Juni 1326 folgt der Adel Dänemarks dem Vorschlag. Damit bekommt Gerhard III. als dessen Vormund die politischen Schalthebel Dänemarks in seine Hand. Er bereitet unverzüglich ein Dokument vor, das später im 19. Jahrhundert eine große Rolle spielen wird: die Constitutio Valdemariana. Zum einen wird darin festgelegt, dass zukünftig Königreich und Herzogtum Schleswig niemals von ein und derselben Person regiert werden dürfen. Damit unterschreibt König Waldemar, dass er Schleswig abgeben muss. Der Vormund bietet sich als Nachfolger an. Ihm wird im gleichen Dokument das Herzogtum Schleswig als freies, erbliches Fahnenlehen übertragen.

Erstmalig sind Schleswig und weite Gebiete Holsteins in einer Hand. In seinem Wappen fügt Gerhard III. für einige Jahre dem holsteinischen Nesselblatt die schleswigschen Löwen hinzu. Er hat eine Machtposition erreicht, die größer kaum sein kann: Er ist jetzt Graf in Holstein-Rendsburg, Herzog in Schleswig und Regent in Dänemark.

König Christoph II. ist nicht bereit, sich mit seiner Vertreibung aus Dänemark abzufinden. Er hält sich in Norddeutschland auf und versucht immer wieder einmal, auf dänisches Gebiet vorzustoßen. In seinem Stiefbruder Johann III. von Holstein-Plön bekommt er bald einen Fürsprecher. Dessen Verhältnis zum Vetter in Rendsburg ist inzwischen etwas abgekühlt. Gerhard III hat ihn auf seinem Weg an die Spitzenposition in Dänemark nicht immer mitgenommen.

Die Stimmen derer, die eine Rückkehr König Christophs II. fordern, werden lauter. Der Vertriebene nutzt den aufkeimenden Zwiespalt zwischen den Vettern. Er nimmt Kontakt mit Johann III. von Plön auf und verspricht noch im Exil, ihm die Insel Fehmarn als Erblehen und die Insel Lolland als Pfand zu geben.

> In der morgigen Ausgabe: Der politische Drahtzieher im Hintergrund.

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