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Täglich im Freien : Der Garten ist ihr Lebenselixier

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hildegard Fuhlendorf beackert seit einem halben Jahrhundert eine Parzelle in der Anlage „Hoffnung“ in der Schleife. Einst war es schwierig, einen Platz zu bekommen. Heute wird dringend Nachwuchs gesucht.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Den Kompost umsetzen, Hochbeete anlegen, Obstbäume beschneiden und Gemüse ernten: Voller Elan und Tatendrang arbeitet Hildegard Fuhlendorf auf ihrer Parzelle in der Kleingartenanlage „Hoffnung“ im Rendsburger Stadtteil Schleife. Sie ist immerhin schon 81 Jahre alt.

„Der Garten ist mein Lebenselixier“, macht die agile Frau deutlich. Deshalb sei sie täglich in ihrem Garten, auch im tiefsten Winter, und das seit inzwischen 50 Jahren.

An die Anfänge im Kleingarten im Jahr 1963 erinnert sie sich noch gut. „Es war schwierig, einen Platz zu bekommen.“ Und dass sie dem Vorpächter 500 Mark Abstand zahlen musste für die Bäume und Büsche, findet sie heute noch zu hoch. „Das war viel Geld für eine junge Familie.“ Ihr Mann war Lehrer an der Waldorfschule und das erste von drei Kindern war gerade ein Jahr alt. Der Kleingarten, fünf Minuten zu Fuß von der Wohnung entfernt, sollte auch ein Spielplatz sein. „Und die Kinder sollten immer einen tätigen Erwachsenen erleben“, war für Hildegard Fuhlendorf als Vorbildfunktion sogar noch wichtiger.

Von Anfang an habe sie einen „Bio-garten“ gehabt, obwohl es den Begriff damals noch gar nicht gab. „Ich habe nie Kunstdünger eingesetzt, nicht ein Blaukorn gestreut“, betont die Gärtnerin, die auf Gründüngung und Fruchtwechsel setzt. Und auf ihr besonderes „Steckenpferd“, den Kompost. „Was im Garten wächst, bleibt auch im Garten.“

1994 wurde Hildegard Fuhlendorf mit ihrer Art des Gärtnerns bei dem Wettbewerb „Naturnaher Garten“ der Stadt Rendsburg Siegerin.

Auf ihre Obstbäume, Kirschen und alte Apfelsorten, hat sie ein wachsames Auge. Fachmännisch werden sie von ihr in jedem Jahr geschnitten. Neben der Arbeit im eigenen Garten ist sie auch oft für die Gemeinschaft in der Kleingartenanlage tätig. Mit Harke und Schubkarre bringt sie bei diesen Einsätzen das Laub von den Wegen.

Das Leben in der Anlage „Hoffnung“ an der Tondernstraße habe sich in dem vergangenen halben Jahrhundert stark verändert. „Früher war kaum ein Platz zu bekommen und heute stehen viele Parzellen leer.“ Und wenn einmal ein neuer Pächter anfange, dann oftmals nur, um einen Freizeitgarten zu haben.

Das liegt Hildegard Fuhlendorf fern. Sie will, dass Obst und Gemüse gedeihen, dass Blumen blühen. Die Vielfalt der Blüten nutzt seit zwei Jahren auch ein Imker aus Hanerau-Hademarschen, der seine Bienenkörbe im Sommer auf die Parzelle 7 bringt. Hildegard Fuhlendorf bekommt dann „Honig aus eigenem Garten“.

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