zur Navigation springen

Mein Meisterjahr – Teil 3 : Der Fleck auf der weißen Weste

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Twisters-Trainer Bjarne Homfeldt schreibt exklusiv für die Landeszeitung.

von
erstellt am 23.Apr.2014 | 05:58 Uhr

Ohne Frage war die Partie gegen Bergedorf das Schlüsselspiel und natürlich war allen nach dem deutlichen Sieg klar: Das war es! Rein rechnerisch fehlten allerdings noch einige Punkte und die Saison war noch nicht vorbei. Vielleicht war es eine logische Konsequenz, dass eine Woche nach dem Höhepunkt unsere einzige Niederlage folgte. Beim BC Hamburg unterlagen wir nach Verlängerung mit 76:84. Ich wusste, dass es ein schwieriges Spiel werden würde. Vielleicht muss ich mir im Nachhinein selber einen Vorwurf machen. Nach der akribischen Vorbereitung auf das Bergedorf-Spiel hätte ich eigentlich eine Woche Urlaub gebraucht. Daher waren ich, und damit auch die Mannschaft, kaum auf den nächsten Gegner eingestellt. Innerlich hatte sich zudem das Bewusstsein bereitgemacht, dass wir das Spiel sowieso gewinnen würden. Das ganze Jahr hörst du von der Presse, von Leuten aus dem Umfeld und von Trainerkollegen, dass man eh ungeschlagen Meister werde. Und nach dem überragenden Erfolg über Bergedorf glaubt man das vielleicht auch selber irgendwann. In Hamburg war es dann doch enttäuschend, wie wir in der Verlängerung aufgetreten sind. Es war allerdings die einzige Enttäuschung der Saison. Es fehlte einfach die Emotion und wir sind in dieser Phase nicht als Team aufgetreten. Das war ja unsere große Stärke. Plötzlich spielten wir „Hero-Ball“, also jeder wollte die Partie im Alleingang entscheiden. Zweifel an der Meisterschaft kamen trotz dieser Niederlage nicht auf. Und vielleicht war sie sogar gut, um die Serie konzentriert zu Ende zu spielen. Im Training war somit weiter Zug drin und die Ergebnisse der letzten Spiele sprechen ja auch für sich.

Am 9. März hatten wir also bei der BG Halstenbek/Pinneberg die Chance, die Meisterschaft perfekt zu machen. Durch unsere Niederlage und durch eine weitere Pleite Bergedorfs, war es leider ein Auswärtsspiel. Zu gerne hätten wir den Titel in eigener Halle eingetütet. Nun war es ein Sonntagsspiel in fremder Halle. Und dennoch haben sich die Jungs es natürlich nicht nehmen lassen, diesen Riesenerfolg ausgiebig zu feiern. Ich bin ja auch nass geworden, wenn auch noch nicht vom Sekt, sondern nur vom Wasser. Viel emotionaler war das letzte Spiel gegen Bremerhaven. Leider waren die Gäste nur mit ihrer Nachwuchsmannschaft angereist. Für mich als Trainer war und ist das zunächst aber völlig egal. Wir gehen jedes Spiel mit der gebotenen Ernsthaftigkeit an. In der Vergangenheit haben wir Spiel, in denen wir deutlich überlegen waren, oftmals nicht genauso überlegen nach Hause gebracht, manchmal sogar noch verloren. In dieser Saison haben wir die Gegner zumeist auch deutlich nach Hause geschickt. Gegen Bremerhaven lagen wir zur Halbzeit bereits mit fast 40 Punkten vorne. Ich musste den Jungs also ein neues Ziel mitgeben, damit sie das Ding nicht einfach nur locker zu Ende daddeln. Wir wollten ein neues Rekordergebnis. In der letzten Saison hatten wir ein Spiel mit 77 Punkten Differenz gewonnen. Also war die Vorgabe, nun mit mindestens 78 Zählern Unterschied zu gewinnen. Am Ende waren es sogar 88, und ich glaube, jeder Zuschauer ist hochzufrieden nach Hause gegangen.

Im Rückblick war es eine herausragende Saison. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn dir über 400 Menschen minutenlang zujubeln. Wir haben hier in einer sehr kurzen Zeit etwas Herausragendes aufgebaut. Und damit meine ich wirklich alle. In der nächsten Saison wird es in der 1. Regionalliga ungleich schwerer, aber ich denke schon jetzt, dass wir wieder bestens vorbereitet sein werden. Schon in diesem Jahr haben wir wahrscheinlich härter gearbeitet als andere. Wenn man aufsteigen will, muss so trainieren, wie in der der Klasse, in die man möchte. Das haben wir getan. Und darum freue ich mich bereits auf das nächste Jahr, das letzte jedenfalls war supergeil.

Ihr Bjarne Homfeldt

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen