Der Fall Nancy Köhn: Die Spur verlief im Sande

Nancy Köhn
Nancy Köhn

Avatar_shz von
16. Februar 2012, 04:34 Uhr

Aukrug | Lange sah die Spur nach Aukrug sehr vielversprechend aus. Doch letztendlich führten auch die zahlreichen Hinweise aus der Region nicht zu der seit März 2009 in in Hechthausen (Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen) verschwundenen Nancy Köhn (26). Das teilten die Ermittler der zuständigen Kriminalpolizei in Cuxhaven gestern mit.

Nach langer erfolgloser Suche - auch in überregionalen Medien - hatte sich im Sommer 2011 plötzlich ein Außendienstmitarbeiter einer Vertriebsfirma bei der Polizei gemeldet. Der Mann meinte, das Auto der Vermissten mit dem Kennzeichen CUX - LW 562 kurz nach ihrem Verschwinden auf einem Waldparkplatz an der Landesstraße 121 zwischen Aukrug und Nortorf gesehen zu haben - voll gestopft mit blauen Säcken. Die Ermittler waren alarmiert. Eine große Suchaktion brachte jedoch keine Erkenntnisse. Deshalb wurde der Fall noch einmal im ZDF bei "Aktenzeichen XY" gezeigt. Die Landeszeitung berichtete ebenso wie das Schleswig-Holstein-Magazin des NDR-Fernsehens. Anschließend wandten sich rund 25 weitere Zeugen an die Polizei - alle aus dem Großraum Aukrug, Nortorf. Ihnen war das Fahrzeug, ein blauer Ford Mondeo mit Cuxhavener Kennzeichen aufgefallen. Es meldete sich auch ein Forstmit arbeiter, der im gleichen Waldstück, aber an anderer Stelle, das Auto sah (wir berichteten).

Die Spur wurde immer vielversprechender. Doch dann kam die Ernüchterung: Es meldete sich eine Frau (38) aus dem Landkreis Cuxhaven. Sie berichtete, dass sie einst im Jahr 2009 "persönliche Verbindungen zu dem Raum Neumünster und Aukrug gehabt habe", so Anke Rieken, Polizeisprecherin aus Cuxhaven. Und die Frau fährt ebenso wie seinerzeit Nancy Köhn einen blauen Ford Mondeo mit Cuxhavener Kennzeichen. Selbst die Buchstabenfolge im weiteren Kennzeichen ist identisch. Und in der dreistelligen Zahlenfolge des Nummernschildes gibt es bei nur einer Ziffer eine Unterscheidung.

"Es ist ein unglaublicher Zufall, dass gerade eine Frau aus dem Landkreis Cuxhaven mit einem beinahe identischen Kennzeichen und mit dem gleichen Fahrzeugtyp in gleicher Farbe unterwegs war. Glücklicherweise hat sie sich ein Herz gefasst und sich gemeldet. So haben wir gemerkt, dass die scheinbar heiße Spur nach Aukrug eine irreführende war. Die Mitteilung der Frau hat verhindert, dass wir uns auf der Suche nach Nancy weiter auf die falsche Region konzentrieren", so Kriminalhauptkommissar Robert Kalka, der die Ermittlungen im Vermisstenfall leitet. Für ihn geht die Suche jetzt weiter.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen