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Handball-SH-Liga : „Der Druck ist für beide Teams gleich groß“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Handball-SH-Liga der Männer: Die Trainer Gunnar Kociok (TSV Alt Duvenstedt) und Volker Paul (HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg) vor dem heutigen Derby im Interview

Neben einer Menge Prestige geht es im Derby der Handball-SH-Liga zwischen dem TSV Alt Duvenstedt und der HSG Schülp/Westerrönfeld/RD heute Abend (20.30 Uhr, Sporthalle Alt Duvenstedt) in erster Linie um zwei wichtige Punkte. Denn die mit hohen Ambitionen angetretenen Lokalrivalen haben einen durchwachsenen Start hingelegt. Vor allem der TSV Alt Duvenstedt steht als Tabellensechster mit 6:4 Punkten unter Zugzwang. Doch auch die HSG Schülp/Westerrönfeld/RD (2./9:3) darf sich keine Niederlage erlauben, soll der Kontakt zu den Spitzenteams nicht vorzeitig abreißen. Die Landeszeitung hat vor dem Derby mit den Trainern Gunnar Kociok (Alt Duvenstedt) und Volker Paul (Schülp/Westerrönfeld/RD) gesprochen.

Herr Kociok, Herr Paul, warum sind beide Teams nicht so in die Saison gekommen, wie man es sich vorgestellt hat?

Gunnar Kociok: Wir haben in dieser frühen Phase der Saison schon viel Verletzungspech. Mit Tim Frahm, Tobias Müller und Matti Voß fallen drei Leistungsträger langfristig aus. Hinzu kommt, dass der eine oder andere nicht regelmäßig trainieren kann. Das ist nicht förderlich, um sich als Mannschaft zu finden, zumal ich das Team ja auch erst einmal kennenlernen musste, und die Spieler sich auf mich und meine Art von Handball einstellen mussten. Zudem ist die Liga sehr ausgeglichen. Da kann jeder jeden schlagen. Nach den letzten beiden Niederlagen müssen wir unsere Situation neu bewerten und werden nur noch von Spiel zu Spiel schauen.

Volker Paul: Ein besserer Saisonstart wäre nur möglich gewesen, wenn wir von Verletzungen, Krankheiten und beruflichen Ausfällen verschont geblieben wären. Da dies leider meist Leistungsträger betraf, war zu diesem Saisonzeitpunkt kaum zu erwarten, dass wir das Niveau der ersten Spiele halten konnten.

Auf welcher Mannschaft lastet heute Abend der größere Druck?

Kociok: Ich will nicht von Druck sprechen, aber es ist wichtig, dass wir endlich einmal das abrufen, was wir können. Und nach zuletzt zwei Heimniederlagen in der Meisterschaft und im Pokal sind wir unseren Zuschauern noch etwas schuldig. Wir wissen, dass es nicht gut läuft und wollen das ändern.

Paul: Der Druck ist für beide Mannschaften gleich groß. Beide haben Punkte gelassen und wollen sich ganz oben etablieren. Alt Duvenstedt ist auf Wiedergutmachung nach der letzten Heimniederlage aus, wir wollen die Halle dort stürmen. Beide wollen das Derby für sich entscheiden. Gunnar und ich können auch schwerlich die Favoritenrolle dem anderen in die Schuhe schieben. Alt Duvenstedt hat den Heimvorteil, bei uns werden wohl alle an Bord sein.

Herr Kociok, Sie waren vor Ihrem Engagement beim TSV Alt Duvenstedt 13 Jahre lang Trainer bei der HSG Schülp/Westerrönfeld. Der Abgang verlief nicht ganz geräuschlos. Wäre ein Sieg heute Abend für Sie eine Genugtuung?

Kociok: Nein. Ich würde mich im Falle eines Sieges zwar freuen, aber nicht mit erhobenen Fäusten jubelnd durch die Halle laufen. Die zwei Punkte sind wichtig, egal wie der Gegner heißt. Dass man hin und wieder auf Mannschaften trifft, die man mal trainiert hat, ist im Sport nichts Besonderes.

Herr Paul, spüren Sie bei Ihrer Mannschaft, dass sie es ihrem ehemaligen Trainer noch einmal so richtig zeigen will?

Paul: Das kann sein, muss aber nicht, da zwischen beiden Parteien ein freundschaftliches Verhältnis besteht, das für 60 Minuten auf Eis gelegt wird. Ich denke, meine Spieler wollen es sich und ihren Fans zeigen, dass sie sich durch harte Arbeit weiter entwickelt haben und jeden Gegner in dieser Liga schlagen können. Da Gunnar und ich schon seit Jahren als Trainerkollegen freundschaftlich miteinander verbunden sind und eine hohe Meinung voneinander haben, gibt es hier nur das sportliche Ziel zu gewinnen und während des Spiels alles für sein Team in die Waagschale zu werfen.

Welche Faktoren werden das Spiel heute Abend entscheiden?

Kociok: Wichtig ist, dass wir auf einem hohen Niveau spielen, sonst haben wir keine Chance. Meine Spieler haben in den letzten Partien im Angriff auf Dauerfeuer gestellt und sich zu viele Fehlwürfe geleistet. Wir müssen einfach geduldiger agieren, die Chancen effektiver nutzen und versuchen, Gegenstöße zu vermeiden.

Paul: Da beide Mannschaften hoch motiviert sind und alles geben werden, können es Kleinigkeiten sein. Sicher wird die Tagesform der Leistungsträger entscheidend sein und wer seine Spielweise durchdrücken kann. Ich wünsche mir für beide Teams nur eine stabile Schiedsrichterleistung, und dass diese keinen Einfluss auf den Ausgang des Spiels hat.

Muss sich der Verlierer heute Abend vorerst von höheren Zielen verabschieden?

Kociok: Die Saison ist noch in einer frühen Phase und bei der Ausgeglichenheit der Liga kann viel passieren. Doch bei einer Niederlage hätten wir schon einen gehörigen Abstand. Nicht entscheidend, aber das wollen wir natürlich verhindern.

Paul: Ich glaube auch nicht, dass das Spiel schon einen vorentscheidenden Charakter hat. Die bisherigen Spiele haben gezeigt, dass in der oberen Tabellenhälfte alle Ergebnisse möglich sind. Auch Marne wird sicher noch Federn lassen.

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erstellt am 31.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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