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Image-Suche : Der Blick von außen auf Rendsburg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Suche nach neuem Image – das sagen Tourismus- und Marketing-Fachleute anderer Städte. Tipp aus Eckernförde: „Mut zur Lücke“.

Im amtlichen Video ist Rendsburg herbstlich bunt. Drei Minuten dauert der im Internet auf Rendsburg.de werbefrei abrufbare Imagefilm. Kein einziger Bürger kommt darin zu Wort, kein Lokalpolitiker, nicht einmal der Bürgermeister. Es spricht nur eine Frau aus dem Off. Sie kommt deutlich vernehmbar nicht aus Schleswig-Holstein. Sie sagt „Schlässwig-Holstein“.

Das von einem Unternehmen in der Pfalz produzierte Video zeigt die vielen schönen Seiten der Stadt. Es lässt außer der Attraktion Fußgängertunnel kein Rendsburger Erkennungsmerkmal aus, setzt aber keine Schwerpunkte und verdeutlicht damit ein Problem. Wofür steht die Stadt eigentlich? Was sticht hervor, was bleibt haften? Was hat Rendsburg, das andere nicht haben?

Während die Ergebnisse einer Telefonumfrage zum Stadtimage auf sich warten lassen (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite) und die Tourismusbilanz für das Jahr 2013 – beflügelt durch das 100-jährige Hochbrückenjubiläum – ausgesprochen positiv ausfällt (Seite 16), gehen Marketing-Fachleute aus den umliegenden Städten mit Rendsburg zum Teil hart ins Gericht.

„Ich denke zuerst an die Hochbrücke und den Kanal“, verrät Neumünsters Tourismusmanagerin Cynthia Wester. Den Slogan „Rendsburg – hier passiert die Welt“, der nach Plänen des neuen Stadtmarketings abgeschafft werden soll, hält sie für „too much“. „Für eine Stadt solcher Größe ist er zu viel.“

Kanal, Hochbrücke und Schwebefähre verbindet Uwe Wanger, der Geschäftsführer von Kiel Marketing, spontan mit der Stadt. „Netzwerken und die Zusammenarbeit mit anderen Städten ist wichtig“, sagt er – und lässt durchklingen, dass die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in Rendsburg verbesserungswürdig sei. Seine Fühler in die Umgebung auszustrecken könne nicht schaden, empfiehlt Wanger.

Ingwer Hansen, Vorsitzender des Kappelner Touristikvereins, nennt neben Kanal und Hochbrücke die Schwebefähre und Schiffsbegrüßungsanlage als Erkennungsmerkmale für Rendsburg. Als touristisches Erlebnis nimmt Hansen nur den Rudermarathon wahr.

Wenn er Rendsburg hört, kommen Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH, zuerst das Hohe Arsenal als Veranstaltungsort und der Kanal in den Sinn. Und sonst? Borgmann hat nach eigenen Worten Probleme, fünf touristische Highlights aus der Stadt aufzuzählen. Besonders präsent sei Rendsburg in seiner Außenwirkung nicht, meint er. Rendsburg müsse sein Profil schärfen: „Es sollte sich auf ein Alleinstellungsmerkmal konzentriert werden und nicht auf 30. Was unterscheidet die Stadt von anderen Städten?“ Als Beispiel nennt Borgmann Radfahren am Kanal. „Damit kann man punkten.“ Wichtig sei ein roter Faden. „Mut zur Lücke“ nennt er das Prinzip. „Ein neuer Slogan kann nicht schaden.“ „Rendsburg – hier passiert die Welt“ könnte komplett falsch aufgenommen werden.

Auf jeden Fall hat der Slogan nicht die Werbewirkung entwickelt, die man sich erhofft hat. In der Wahrnehmung von Constanze Höfinghoff, Chefin der Nordsee-Tourismus GmbH in Husum, taucht Rendsburg nicht auf. Nach kurzem Überlegen fällt ihr aber dennoch etwas ein. Sie schlägt dabei in dieselbe Kerbe wie ihr Kollege aus Eckernförde: „Ich denke an den Kanal und ans Radfahren. Das ist doch schon was.“

 

>Der Imagefilm der Stadt wird gezeigt auf www.rendsburg.de > siehe „Stadtportrait“ > siehe „Rendsburg stellt sich vor (Video)“
 

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erstellt am 20.Jan.2014 | 12:07 Uhr

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