Handball, 3. Liga : Der Akku ist leer

Owschlags Trainer Rainer Peetz hört zum Saisonende auf und will eine Pause einlegen.
Owschlags Trainer Rainer Peetz hört zum Saisonende auf und will eine Pause einlegen.

Der Rücktritt von Trainer Rainer Peetz ist bei den Drittliga-Handballerinnen des TSV Owschlag vor dem Auswärtsspiel beim MTV Altlandsberg das beherrschende Thema.

shz.de von
29. Januar 2015, 06:00 Uhr

Es war keine normale Trainingswoche bei den Drittliga-Handballern des TSV Owschlag. Die Vorbereitungen auf das heutige Spiel beim MTV Altlandsberg (19.30 Uhr) rückten in den Hintergrund, das beherrschende Thema war der zum Saisonende angekündigte Rücktritt von Trainer Rainer Peetz. Am Montag hatte der 49-Jährige seine Spielerinnen und den Verein davon unterrichtet, dass er eine schöpferische Pause benötige.

„Genug ist genug. Wenn die Kraft und die Lust weg sind, hat es keinen Zweck weiterzumachen“, sagt Peetz, der sich in Zukunft „auch mal anderen Dingen als dem Handball“ widmen möchte. „Vieles ist in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen.“ Sich selbst schließt er dabei mit ein. „Ich muss jetzt auch mal an mich denken. Trainer bei einem Drittligisten zu sein, ist wie ein zweiter Job, leider nur nicht so gut bezahlt.“

40 Stunden Minimum pro Woche habe er nach eigenen Aussagen mit der Vorbereitung des Trainings, Videostudium des Gegners und des Spiels am Wochenende geopfert. Selbst in der Zeit zwischen Ende der alten und Beginn der neuen Saison habe er kaum Zeit gefunden, zu regenerieren. „Ein Trainer hat im Sommer nicht die Pause, die die Spielerinnen haben, weil die neue Saison geplant werden muss. Irgendwann ist der Akku dann eben leer. Nur wer so einen Job schon mal gemacht hat, kann nachvollziehen, wie intensiv das ist.“

Im August 2011 hatte der B-Lizenz-Inhaber den Drittligisten von Christian Hungerecker übernommen. Es war seine erste Station als Trainer im Frauenhandball. „Ich kann auf vier schöne Jahre zurückblicken, auch wenn sie sich wie acht angefühlt haben.“ Vor allem die beiden letzten Spielzeiten hätten an der Substanz gezerrt, so Peetz. „Obwohl ich ein tolles Funktionsteam um mich herum habe und die Arbeit mit der Mannschaft sehr viel Spaß macht, habe ich gemerkt, dass mir der Job mehr und mehr die Energie raubt.“ Allen voran die weiten Auswärtsfahrten. Und deshalb sei der Coach bereits im November ins Grübeln gekommen, ob er sich das alles noch länger antun möchte. Nach reiflicher Überlegung lautete die Antwort „Nein“. Peetz: „Es war keine Entscheidung gegen den Verein oder gegen die Spielerinnen, sondern für mich.“

Bei Jens Stolley stößt Peetz’ Entscheidung naturgemäß auf wenig Gegenliebe. „Wir bedauern den von Rainer angekündigten Rücktritt. Rainer hat in den vier Jahren seiner Tätigkeit großartige Arbeit für die Mannschaft und den Verein geleistet. Er hat im Umfeld viel bewegt“, sagt der 2. Vorsitzende des TSV, der nun einen neuen Coach finden muss. Der bisherige Co-Trainer wird es jedenfalls nicht. Reiner Pohl-Thur hört ebenfalls zum Saisonende auf.

Wer auch immer es wird, Peetz möchte seinem Nachfolger ein bestelltes Feld hinterlassen und mit einem Sieg in Altlandsberg die nächsten zwei Punkte für den Klassenerhalt holen. „Es wäre schön, wenn wir frühzeitig gesichert wären. Dann könnte ich die letzten Wochen als Trainer beim TSV Owschlag nochmal so richtig genießen.“

Fans können heute im Mannschaftsbus mitfahren. Abfahrt in Owschlag ist um 12 Uhr, in Westerrönfeld um 12.15 Uhr und vom Parkplatz des Citti-Markts in Kiel um 12.45 Uhr.

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