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Jahrelange Bauarbeiten : Denkmalschützer durchkreuzen Pläne der Bahn

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Viadukte dürfen aus Denkmalschutzgründen nicht durch Tunnel im Bahndamm ersetzt werden. Ab 2018 soll gebaut werden und Verkehrsteilnehmer müssen sich vier Jahre lang auf Behinderungen einstellen.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 09:34 Uhr

Nach dem Drama um die Rader Hochbrücke und dem Kanaltunnel folgt nun das nächste Verkehrsproblem: Die vier Eisenbahnviadukte in der Schleife sind sanierungsbedürftig. Die Bahn wollte sie abreißen, den Bahndamm schließen und die Straßenverbindungen durch Tunnel wieder herstellen lassen. Doch das Landesamt für Denkmalpflege hat der Bahn einen Strich durch die Rechnung gemacht: Das Team um Landeskonservator Dr. Michael Paarmann stellte die Viadukte unter Denkmalschutz.

„Dass diese veränderten Rahmenbedingungen unsere gesamte Planung über den Haufen werfen, ist klar“, sagt dazu Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Jetzt soll durch umfangreiche Untersuchungen der Bausubstanz geklärt werden, wie es weitergehen kann. Dabei sind zwei Optionen denkbar: eine aufwändige Sanierung der Viadukte beziehungsweise komplette Neubauten. Während der Arbeiten werden die Rendsburger mit zum Teil erheblichen Verkehrsbehinderungen bis hin zu Vollsperrungen rechnen müssen. Zudem ist Geduld gefragt. Bahn und Rathaus rechnen damit, dass die Arbeiten an den Viadukten insgesamt mindestens vier Jahre in Anspruch nehmen werden.

Im Gegensatz zur letztjährigen plötzlich erfolgten Teilsperrung der Rader Hochbrücke haben die Rendsburger jedoch genügend Zeit, sich auf die Viadukt-Erneuerung einzustellen. Erst ab dem Jahr 2018 sei mit einem Beginn der Arbeiten zu rechnen, heißt es in einem Papier, das die Stadtverwaltung für die Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 26. August, vorbereitet hat. Dies bestätigt Bahnsprecher Meyer-Lovis. Da mit Einschränkungen des Eisenbahnverkehrs zu rechnen sei, müsse die Rendsburger Baustelle mit sämtlichen Bahnbaustellen im Norden abgestimmt sein: „Dafür benötigen wir einen Vorlauf von drei Jahren.“

Ein Abriss der Viadukte wäre aus Sicht des Landesamtes für Denkmalpflege offenbar ein großer Verlust für das Stadtbild gewesen. Der stellvertretende Landeskonservator Dr. Dirk Jonkanski bezeichnet sie als „repräsentative Torbauten“. Sie seien ein steinernes Pendant zur stählernen Eisenbahnhochbrücke. Selten prägten technische Bauwerke so sehr einen Stadtteil. Die Durchbrüche dienten nicht nur dem Verkehrsfluss, sondern öffneten in ihrer schlanken und somit transparenten Gestaltung den Damm für die Bewohner und die Besucher des Stadtteils.

Bürgermeister Pierre Gilgenast begrüßt die Entscheidung, die Viadukte unter Denkmalschutz zu stellen. Er erwartet jedoch von der Bahn, dass die Bevölkerung durch die Sanierungsarbeiten so gering wie möglich belastet wird. Das ist grundsätzlich auch das Ziel der Bahn, die die Viadukte in den vergangenen Jahren umfangreich gesichert hat. Egbert Meyer-Lovis: „Einsturzgefährdet sind die Viadukte nicht, sonst hätten wir die Straßen darunter schon längst gesperrt.“

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