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Reitsport : Dem Traditions-Turnier droht das Aus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Reitsportspektakel des RuFV Borgstedt könnte in diesem Jahr das letzte Mal stattfinden, weil das Gelände in Borgstedtfelde verkauft ist.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 05:39 Uhr

Im Jahre 1923 berichtete das Rendsburger Tageblatt vom 3. Ringreiterfest in Borgstedt. „Trotz der nicht gerade günstigen Witterung war die Beteiligung äußerst rege. Das Ringreiten, an dem sich 20 junge Leute beteiligten, nahm um 2 Uhr auf der Koppel des Gastwirts J. H. Lensch seinen Anfang, wo die Kruseâsche Kapelle aus Rendsburg konzertierte“, hieß es seinerzeit. Daran lässt sich die lange Tradition des Pferdesports und des Reitturniers in Borgstedt erkennen. Am 10. und 11. Mai wird sich wieder eine Vielzahl von Pferdesportbegeisterten in Borgstedtfelde versammeln – möglicherweise zum letzten Mal, denn die Traditionsveranstaltung steht vor dem Aus. Grund ist der Verkauf Anlage. Peter Domenus, Miteigentümer des Areals, bestätigte auf Anfrage der Landeszeitung den Verkauf, wollte aber keine weiteren Auskünfte geben.

Der 1. Vorsitzende des RuFV Borgstedt, Benjamin Bollmus, wurde Ende 2013 über den Verkauf in Kenntnis gesetzt. „Da brodelte die Gerüchteküche aber schon lange. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar wurde der Verkauf der Reitsportanlage den Mitgliedern offiziell bekanntgegeben sowie die Kündigung des Vereinssitzes dort. 2014 findet das Turnier wie geplant auf der Reitanlage statt. Der Verein und die Vereinsmitglieder sind bestrebt weiterzumachen“, sagt Bollmus.

Sabine Bremer, eines von derzeit etwa 170 Mitgliedern des RuFV Borgstedt, befürchtet durch den Verkauf nicht nur für den Folgen für den Verein, sondern auch für den Reitsport in Schleswig-Holstein: „Es ist sehr schade, es gibt kaum Veranstaltungen im Land, die Turniere vom Führzügel bis zur schweren Prüfung anbieten. Außerdem herrschen hier stets gute Bedingungen. Borgstedt war immer ein Zuschauermagnet und durch seine zentrale Lage, direkt an der A 7, optimal zu erreichen. Diese guten Grundvoraussetzungen spiegelten sich Jahr für Jahr in den Nennungszahlen wider. Zudem war es das erste Turnier der grünen Saison, darauf arbeitet man hin. Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde wäre es ein großer Verlust, wenn das Turnier wegfällt, nachdem es auch keine Veranstaltungen mehr in Altenhof und auf Kirchhorst gibt.“ Nationenpreisreiter Jörg Naeve aus Ehlersdorf schlägt in die gleiche Kerbe. „Borgstedtfelde ist immer ein schönes ländliches Turnier mit viel Atmosphäre. Es wäre schade, wenn es wegfällt und ein großer Einschnitt, weil der Verein ein breites Angebot für alle Reiterklassen präsentiert. Vor allem hat er viel für die Basis gemacht. Diese Basis ist sehr wichtig für unseren Sport. Wenn die wegbricht, haben wir keinen Nachwuchs mehr“, so Naeve.

Dass die Plätze an der B 203 irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen würden, kommt für den ehemaligen 1. Vorsitzenden, Timo Zenke, der neun Jahre im Amt war, gar nicht so plötzlich: „Es gab immer nur jährliche Pachtverträge für die Turnierflächen und es war immer klar, dass das passieren könnte.“ Doch die Vereinsmitglieder und der jetzige 1. Vorsitzende Bollmus sind aktiv: „Wir haben eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die für den Verbleib des Vereins und des Turnieres zuständig ist. Wir sind bemüht, 2015 weiterzumachen und gehen intensiv auf die Suche nach einem neuen Standort für das Turnier. Auch Landbesitzer können sich gerne bei uns melden, wenn sie ein geeignetes Areal für unser Reitturnier zur Verfügung stellen möchten.“ Ein neuer geeigneter Austragungsort sollte sich möglichst rund um Borgstedt befinden, dabei werden mindestens fünf Hektar Grünfläche benötigt.

Obwohl es schwer wird, so optimale Bedingungen wie auf den derzeitigen Turnierflächen mit zwei Grasspringplätzen, zwei Abreiteplätzen, einer Reithalle sowie einem Dressurviereck mit Sandabreiteplatz zu finden, ist es nicht unmöglich, dass der RuFV Borgstedt weiterhin ein tolles Turnier auf die Beine stellt. Das hofft auch Sabine Bremer: „Ich glaube schon, dass es was werden könnte. Auch die Reitturniere in Schuby und Langstedt-Bollingstedt finden nur auf Turnierplätzen statt, ohne zugehörige Anlage, und sie funktionieren.“

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