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Gartenkinder : Dem Gemüse beim Wachsen zusehen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Bokeler „Gartenkinder“ aus dem Kindergarten freuen sich über ihre erste Ernte. Das erfolgreiche Projekt soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Eltern bauten ein Hochbeet, Kinder begossen Pflänzlinge im Minigewächshaus, beobachteten Hummel und Raupe, schauten zu wie Bohnen und Kresse wuchsen und staunten als sie ihren ersten Kürbis ernteten. Der Kindergarten Bokel gehört zu den Einrichtungen, die in diesem Jahr bei der bundesweiten Aktion „Gartenkinder“ mitmachten. Die ist so erfolgreich, dass sie auch 2014 fortgesetzt wird.

Angeboten wird das Projekt „Gartenkinder“ gemeinsam von der Stiftung „Besser essen. Besser leben“ und dem Deutschen Landfrauenverband. Karin Greve ist eine der Landfrauen, die sich schulen ließ, um das Projekt in die Kindergärten zu bringen. Dabei bereitete sie sich zum Einen auf die Arbeit mit Kindern, Fachpersonal und Eltern vor und wurde zum Anderen für die praktische Arbeit vor Ort ausgerüstet. So stellt die Stiftung den Kindergärten unter anderem ein Minigewächshaus, Saatgut und Lehrmaterial zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es schließlich, Vorschulkindern den Bezug zur Natur zu vermitteln, sie erleben zu lassen, wie Pflanzen wachsen und Früchte reifen und wie köstlich die eigene Ernte schmecken kann.

Dass das die Kinder nicht nur in Großstädten fesselt, bestätigt Susanne Wollny, die den Kindergarten in Bokel leitet: Es sei ein Irrglaube vorauszusetzen, dass in einem ländlichen Kindergarten alle Kinder Erbsen oder Kresse kennen. „Deshalb waren wir sofort begeistert, als wir von dem Projekt Gartenkinder hörten. Von Karin Greve haben wir gute Anregungen bekommen und das Schöne war, dass auch die Eltern sofort mitgemacht haben.“ Die bauten im Nu ein Hochbeet, auf dem vor allem die „Waldgeistergruppe“, das sind die Vorschulkinder, auf Augenhöhe mit Petersilie, Zwiebeln, Möhren und Spinat waren und direkt vom Beet Erbsen naschten oder Kresse probierten.

An diesem herbstlichen Vormittag haben die Kinder in Regenjacke und Gummistiefeln zusammen mit Erzieherin Maike Rathjen und Landfrau Karin Greve, die zugleich Ernährungsfachfrau ist, Kürbisse geerntet. Stolz trägt Luka die Ernte ins Haus. Im Gruppenraum der „Waldgeister“ ist schon alles vorbereitet, um den Kürbis zu verarbeiten. Nach dem Händewaschen wird der Kürbis zerlegt. Toke und Bennet sitzen mit roten Wangen am Tisch und holen mit einem Löffel die Kerne aus dem Fruchtfleisch, die auf einem Ofenblech getrocknet werden. Einen Tisch weiter ist die blonde Ida ganz bei der Sache. Sie raspelt zum ersten Mal einen Kürbis. Das kann wehtun, wenn die Finger an die Raspel geraten. Karin Greve hilft deshalb ein bisschen. Die Raspel kommen in den Teig für die Kürbismuffins, den Jolina und Mia schon angerührt haben. Bald duftet es im ganzen Haus verführerisch.

Dafür, dass nach der letzten Ernte dieses Jahres das Projekt Gartenkinder in Bokel und allen anderen beteiligten Einrichtungen weiterlebt, haben die Initiatoren vorgesorgt. Die Kindergärten sind nicht nur mit einem Zimmergewächshaus, Arbeitsgeräten, Sämereien und Arbeitsblättern für die Kinder ausgestattet. Herzstück der Materialien ist der Ordner „Gartenkinder“. Anhand dieses Ordners hat Karin Greve das Team im Kindergarten Bokel beraten und die Gartenkinder-Tage organisiert. „Das hätten wir allein nicht leisten können“, steht für Susanne Wollny fest.

Nun haben sie und ihre Kolleginnen eine Hochbeet vor der Tür und das nötige Rüstzeug, damit in ihrer Einrichtung auch künftig GartenKinder das Gemüse wachsen sehen und Lust bekommen, es zuzubereiten und zu essen.



Die Stiftung „Besser essen. Besser leben.“, die ihren Sitz in der Schweiz hat, gab bekannt, dass das Projekt aufgrund des großen Erfolges auch 2014 fortgeführt wird. Kindergärten, die daran interessiert sind, können sich über folgenden Kontakt anmelden:
Stiftung „Besser essen. Besser leben.“
Langmattstraße 1
6343 Rotkreuz, Schweiz
Tel.: 0041(0)41 799 5555
E-Mail: info@besseressen-besserleben.org

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erstellt am 30.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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