Veröffentlichung : Debütalbum im Sound der 80er-Jahre

Die Musiker Achim Berg (links) und Herms Kruse haben sich einen Traum erfüllt.
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Die Musiker Achim Berg (links) und Herms Kruse haben sich einen Traum erfüllt.

Zwei Osterrönfelder bilden das Duo „Schattenweiss“

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03. Februar 2018, 09:00 Uhr

Wer mit dem Finger über die Oberseite der CD streicht, spürt: Sie hat eine Rille, die sogar spiralförmig nach innen verläuft. Das Debütalbum der Osterrönfelder Band „Schattenweiss“ sieht wie eine Langspielplatte im Miniaturformat aus: Die Scheibe ist von beiden Seiten schwarz. Um das Mittelloch herum prangt ein rundes Etikett, bedruckt mit dem Bandnamen und dem Albumtitel: „Zeit für eine neue Zeit“. Torsten Tiedemann aus Osterrönfeld hat das Design entworfen.

Die CD sieht nicht nur retro aus, sie klingt auch so: Ein Knistern ist zwar nicht zu hören, aber die Bandmitglieder Herms Kruse (49) und Achim Berg (47) lassen den Sound ihrer Jugend aufleben: die 1980er-Jahre. Pulsierende Synthesizer-Klänge im „Berlin Intro“ erinnern an Depeche Mode. Berg macht keinen Hehl daraus, ein großer Fan dieser britischen Band zu sein. Der freche Titel „Scheiß Tag“ spielt mit dem unterkühlten minimalistischen Sound der Neuen Deutschen Welle. Er hat das Zeug zur Kanaltunnelstauhymne. Wer an der Höhenkontrolle hinter einem Laster steht und dieses Lied anwählt, wird sich dem eingängigen Refrain kaum entziehen können, sondern mitträllern.

Das Duo schlägt viele Stimmungen an: Der im Mai vorab veröffentlichte Titel „Sommer, Sonne und viel Meer“ versprüht gute Laune. Acht Wochen hielt er sich auf Platz 1 der Förde-Radio-Charts. Es findet sich ein maritimer Schlager („Windfahrer), Synthie-Pop („Licht am Ende der Nacht“) und sparsam instrumentierte Stücke, die mal fetzig („Nadelstreifen“), mal sphärisch-düster („Straßen der Nacht“) daherkommen.

„Zeit für eine neue Zeit“ ist ein sehr persönliches Album. Es markiert eine Wende im Leben der beiden Osterrönfelder. „Ich habe meinen Job aufgegeben, um mir diesen Traum zu erfüllen“, sagt Texter Herms Kruse. Nach gesundheitlichen Problemen stieg er 2015 aus dem Außendienst einer Versicherung aus, arbeitet nur noch in Teilzeit. „Meine Frau sagte: ‚Ich möchte einen glücklichen Mann zu Hause haben‘. Ich bin aus dem Hamsterrad ausgebrochen.“ Auf dem Album hält er inne: In „Nadelstreifen“ rechnet Kruse mit einem Leben ab, das sich allein um Karriere und Geld dreht. In drei Kurzgeschichten am Ende der CD stellt er philosophische Überlegungen an und schildert anschaulich seine Kindheit in Rendsburg.

Heute Abend will das Duo das Album feiern. Ab 20 Uhr steigt in Osterrönfeld in Kühls Gasthof, Dorfstraße 29, die Release-Party. Einlass ist ab 19 Uhr. Anisha Cay aus der Nähe von Flensburg stimmt ruhigen Pop an. Michael Stark, Solist des Jevensteder Chors „On Stage“, singt Titel des verstorbenen Sängers Roger Cicero. Radiomoderator Jörg Lotze stellt die Band und ihre CD in einer Talkrunde vor. Und natürlich spielen Berg und Kruse ihre Songs.

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