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Hohenwestedt : „De Stümpers“ räumen den platten Pott ab

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Lütjenwestedter Gruppe gewinnt plattdeutschen Theaterwettbewerb. 450 begeisterte Zuschauer und eine Fachjury fällten einmütiges Urteil.

„De Stümpers“ aus Lütjenwestedt haben den „groten platten Pott“ gewonnen. Beim „Spektakel op Platt“ im ausverkauften Hohenwestedter Sport- und Jugendheim waren sich Publikum und Jury darüber einig, dass den Lütjenwestedter Fitnessfanatikern diesmal der überzeugendste Auftritt gelungen war. Ein Triumph, den Moderatorin Kathryn Rohweder-Lux vorauszuahnen schien, als sie die „Stümper“ am Sonnabend um 20.40 Uhr wie folgt ankündigte: „Beim Hallo-Partner-Tag haben die Lütjenwestedter mit ihrem Gallierdorf den ersten Platz belegt, und heute streben sie nun nach dem ultimativen Sieg.“ Mathias Voß, der am prämierten „Lütten Gallien“-Stand der Lütjenwestedter als Obelix Pappmaché-Wildschweinhaxen gegrillt hatte, übernahm beim Auftritt der „Stümper“ die umjubelte Rolle von Detlef, dem einzigen Mann unter figurbewussten Frauen, die abnehmen wollen, weil sie bereits anatomische Besonderheiten wie „Achseln mit Doppelkinn“ entwickelt haben. Unter Anleitung von Juliane (gespielt von Dörte Thedens) absolvieren Dagi (Karen Voß), Lotte (Claudia Richter), Sigi (Jutta Hansen-Messerschmidt) und Detlef Gymnastikübungen und eine Joggingrunde, an deren Ende die „Stümpers“ gemeinsam das Lied „Ich mag so gern Sahne!“ (nach der Melodie von Udo Jürgens’ „Aber bitte mit Sahne!“) anstimmten. Jurorin Angelika Salewski lobte den Mut der „Stümpers“, „Problemzonen anzusprechen“, und auch Ulli Brüchmann war begeistert: „Ihr habt uns einen kommodigen Spiegel vorgehalten.“

Begonnen hatte das „Spektakel op Platt“ zwei Stunden zuvor mit einem „Klönsnack bi’n Doktor“, bei dem drei „Plattspeelers ut Nindörp“ sich die Wartezeit bei Dr. Scherf mit allerlei Getratsche vertrieben. Den Sketch, bei dem Harald Belz (als Grete), Dietmar Karwat (Mine) und Klaus-Hermann Stemke (Frieda) zu großer Form aufliefen, hatten die Nindorfer extra für den plattdeutschen Amtspokal geschrieben.

Auch die Vorjahressieger vom „Aukroger Speelkrink“ präsentierten direkt im Anschluss zum ersten Mal eine komplett selbstverfasste Kurzkomödie, in der die Oberstudienratswitwe Ella (gespielt von Margrit Kock-Böttke) und der Sternwartenwart im Ruhestand Hugo (Manny Stuck) unbeabsichtigt in ein Speed-Dating-Seminar geraten. Den Idiotentest, den Manny Manöver (Björn Jahn) in der Fahrschule von Roland Raser (Malte Bährs) absolvieren muss, hatten die Todenbütteler Theaterspieler in anderer Besetzung bereits 2010 bei der 100-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Todenbüttel gezeigt.

Nach drei Gruppen war erstmal Pause, dann absolvierten die „Stümpers“ ihre umjubelten Gymnastikübungen, und zum Abschluss präsentierten die Remmelser Speellüüd mit viel Personal ihr aktuelles Ernteball-Stück: „De vergnögte Bimmelbahn“ mit zehn gut gelaunten Fahrgästen auf dem Weg von Remmels nach Rendsburg. „So, liebe Jury, mach Dich an die Arbeit und geh’ in Klausur“, sagte Kathryn Rohweder-Lux, nachdem die „vergnögte Bimmelbahn“ ihr Ziel erreicht hatte, und gab zugleich den Startschuss für die Publikumsabstimmung.

Alle 450 Zuschauer hatten je drei Murmeln zur Verfügung, die sie gerecht auf die fünf Wahlrohre für die Theatergruppen verteilen sollten. Um 22.15 Uhr verkündete Notar Jürgen Einfeldt ein „eindeutiges Ergebnis, sowohl bei den Murmeln als auch bei der Jury“. Publikum und Jury hatten mehrheitlich für die „Stümpers“ gestimmt, und Ulli Brüchmann erläuterte, warum der plattdeutsche Amtspokal diesmal nach Lütjenwestedt ging: „Bei ‚Rank un slank’ hat alles zusammengepasst, die Handlung hatte Anfang, Mitte und Schluss, das Timing hat gestimmt, die Sprache wirkte nicht aufgesetzt, jede Rolle war dem jeweiligen Akteur auf den Leib geschnitten, und das Thema war absolut aktuell.“

 

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erstellt am 27.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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