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Schreibender Biobauer : „Dat blaue Band“ für alle Fälle

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Matthias Stührwoldt las vor 200 Zuhörern im Hohen Arsenal. Die Wartezeit wurde mit Gesang überbrückt. Der Autor trug Auszüge aus dem neuen Buch und Wunschgeschichten vor.

Freunde der Geschichten des Biobauern Matthias Stührwoldt aus Stolpe genossen am Mittwochabend im Hohen Arsenal Amüsantes, Nachdenkenswertes und Bodenständiges: Einschließlich Pause waren bei der Veranstaltung in Zusammenarbeit zwischen der Coburg’schen Buchhandlung, Stadtbücherei und Volkshochschule Rendsburg etwa drei Stunden lang Texte aus Stührwoldts neuem Buch „Dat blaue Band“ und etliche „Evergreens“ aus seinen früheren Werken zu hören.

Zunächst jedoch hieß es Warten, bei Stührwoldt schon ein Teil des Rituals: Wurde die Verspätung bei anderer Gelegenheit mit einem „Ereignis im Stall“ begründet, war diesmal der übliche Stau im Kanaltunnel der Grund. Barbara Priese, Inhaberin der Buchhandlung, wusste Rat und schlug vor, die Wartezeit mit Gesang zu überbrücken. Das kam an: Ein 200-köpfiger Zuhörerchor stimmte den „Hamborger Veermaster“ und das Lied von „Herrn Pastor sien Koh“ an. Dabei wurde das Mikrofon wegen der vielen Verse herumgereicht.

Und plötzlich stand Stührwoldt auf dem Podest: Frischt geduscht, mit jungenhaftem Lächeln, entspannt und mit einem Statement zur Verkehrssituation in der Region auf den Lippen: „De wackelige Rader Autobahnbrüch, de marode Kanaltunnel un de 100 Johr ole Isern Lady Rendsborger Hochbrüch“, bei der man jetzt sogar am Rad drehen und die Beleuchtung bestimmen kann.

Fast jeder Bauer hat ein Stück Sacksband, bei Stührwoldt das blaue Band von der Strohpresse, das dem Buch den Namen gab, in der Tasche. Das ist zusammen mit einem Messer, einem Stück Draht und einem Nagel für vieles zu gebrauchen: Zum Befestigen der Stoßstange des Alten Ford Transit und des Koppelhecktors, beim Anbinden von Vieh und auch beim Schienen eines gebrochenen Fingers. Das Band hat sich ebenso beim Kennzeichnen der Gepäckstücke während einer Flugreise mit der ganzen Familie bewährt.

Der Gast gab auch Wunschgeschichten des Publikums zum Besten: Etwa die von seiner Mutter (Mudder), die bei der Arbeit im Melkstand mit den Gummistiefeln im Modder (Schlamm) festsaß. Wäre der Beifall auf einer Lautstärken-Skala festgehalten worden: Dieser Abschnitt wäre der Brüller gewesen und hätte den ersten Platz errungen. Liebevoll und ein bisschen sentimental zeichnete der Autor die Eigenschaften seines Fendt-Farmer-Treckers (Baujahr 1976), genannt „Koppelkellner Helmut“, nach. Als das Verdeck weggeflogen war, fuhr er ihn einfach als Cabrio weiter...

Matthias Stührwoldt kam nicht ohne Zugaben davon. Anschließend nutzten etliche Besucher aus Stadt und Land die Gelegenheit zum Kauf der Bücher und Kassetten des dichtenden Landwirts.


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erstellt am 11.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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