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Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 07:16 Uhr

Faustball : Das Wunder von Nortorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dank der unerwarteten Schützenhilfe gelingt den Damen des TSV Schülp am letzten Spieltag der Klassenerhalt in der Bundesliga.

„Wunder gibt es immer wieder“ sang 1970 Kaja Ebstein beim Eurovision Song Contest. „Wunder gibt es immer wieder“ ertönte auch am Sonntag in der Sporthalle am Galgenbergsweg in Nortorf, nachdem die Faustballerinnen des TSV Schülp den kaum mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt in der Bundesliga geschafft hatten. Das Team von Trainer Sören Nissen hatte in letzter Sekunde den Kopf aus der Schlinge gezogen. Denn vor dem abschließenden Spieltag waren die Aussichten auf den Verbleib in der nationalen Eliteliga mehr als gering. Zum einen mussten die Schülperinnen auf dem vorletzten Tabellenplatz liegend mindestens ein Spiel gegen zwei starke Gegner gewinnen, zum anderen waren sie auf Schützenhilfe angewiesen.

Ihren Part erfüllten die TSV-Mädchen zunächst. Im Auftaktspiel bezwangen die Gastgeberinnen überraschend den Tabellenvierten VfL Kellinghusen mit 3:0. Nach der zu erwartenden 1:3-Niederlage gegen Spitzenreiter TV Jahn Schneverdingen begann das große Zittern, denn nun war man von den Ergebnissen in der Sporthalle Sarte in Berlin abhängig, wo Mitkonkurrent VfK 01 Berlin zeitgleich um den Klassenerhalt kämpfte. Nach quälend langen Minuten kam dann die frohe Kunde aus der Hauptstadt. Die Berlinerinnen hatten nicht nur gegen die SG Stern Kaulsdorf verloren, sondern völlig überraschend auch gegen Schlusslicht Güstrow gepatzt. Punktgleich mit dem TSV Schülp muss der VfK 01 aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses den Gang in der 2. Liga antreten. „Eigentlich hatten wir gar keine Hoffnung mehr und wollten uns lediglich erhobenen Hauptes aus der Liga verabschieden. Umso großer ist die Freude, dass wir den Klassenerhalt in letzter Sekunde geschafft haben“, strahlte Schülps Mannschaftsführerin Nadine Kowalczyk.

TSV Schülp – VfL Kellinghusen 3:0 (11:6, 11:5, 11:8)

Gegen den Tabellenvierten gingen die Schülperinnen von Anfang äußerst konzentriert zu Werke. Der TSV spielte in der Abwehr stark, im Zuspiel sehr ruhig sowie kontrolliert und im Angriff einfache Bälle, überwiegend kurz. Der Gast aus Kellinghusen wirkte hingegen äußerst nervös, hatte die kurz gespielten Bälle kaum im Griff und ließ die Schülperinnen durch einfache Fehler immer mehr in Fahrt kommen. Dank vieler guter Angriffsaktionen von Kim Reimers und Svenja Bergmann entschieden die TSV-Mädchen die beiden ersten Sätze (11:6, 11:5) deutlich für sich. Im dritten Satz hatten die Schützlinge von Sören Nissen dann etwas mehr Mühe. Doch am Ende ging auch dieser Durchgang mit 11:8 an den Gastgeber.

TSV Schülp – TV Jahn Schneverdingen 1:3 (11:9, 4:11, 9:11, 6:11)

Die Schülperinnen nahmen den Schwung aus dem vorherigen Spiel mit und starteten erneut sehr fokussiert. Allerdings zeichnete sich schon in der Anfangsphase ab, dass der TV Jahn Schneverdingen erheblich mehr Gegenwehr als der VfL Kellinghusen leisten würde, schließlich ging es für die Niedersachsen auch darum, sich im Kampf um die Deutsche Meisterschaft eine gute Ausgangslage zu sichern. Gerade die lang und präzise geschlagenen Bälle von Nationalangreiferin Cindy Nökel machten der Schülper Abwehr zu schaffen. Doch Kim Reimers konnte im Angriff den Gästen Paroli bieten. Immer wieder war sie mit kurz geschlagenen Bällen erfolgreich. Mit 11:9 ging der erste Satz schließlich an den TSV. Doch Schneverdingen wechselte im zweiten Satz im Zuspiel und sorgte damit für die Wende im Spiel. Nur den dritten Satz konnten die Schülperinnen noch ausgeglichen gestalten, waren am Ende aber chancenlos. Die Niederlage blieb für den TSV jedoch ohne Folgen – dank der guten Nachrichten anschließend aus Berlin.

TSV Schülp: Nadine Kowalczyk, Nora Auffarth, Kim Reimers, Sandra Tritt, Svenja Bergmann, Anne Tiedtke, Alexandra Frick.

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