Nostalgische Ernte : „Das war Qualitätsarbeit“

Lief wie geschmiert: Der Dreschkasten in vollem Einsatz.
Lief wie geschmiert: Der Dreschkasten in vollem Einsatz.

Döschen as fröher: Ein über 70 Jahre alter Dreschkasten leistete mit Deutz-Antrieb ganze Arbeit. Viele Zuschauer beim Einsatz der Dechentreiter.

Avatar_shz von
06. November 2013, 00:00 Uhr

„Döschen as fröher“ – unter diesem Motto luden Johannes Thams, Thomas Frahm, Heinz-Jürgen Sohrt und ihre Mitstreiter zur Vorstellung ihres Dreschkastens nach Börm ein. Die Dechentreiter „Zwilling“ in Schweinerosa gab es nicht nur zum Anschauen, sondern im vollen Arbeitseinsatz. Mit der Maschine (Jahrgang 1942) wurde noch bis 1973 in Börm gedroschen. Danach begann die Zeit der selbstfahrenden Mähdrescher.

Das Getreide wurde damals gemäht, zu Garben gebunden und auf den Höfen in Diemen gesetzt in der Scheune eingelagert. Der fahrbare Dreschkasten war dann von Herbst bis zum Frühjahr pausenlos im Einsatz, um das Getreidekorn von Halm und Spreu zu trennen. Die Maschine arbeitet mit Schüttler, Sieben und Gebläse.

Für das Beschicken der Dreschmaschine mit Garben, Absacken des Getreides, Abnehmen und Aufladen des Strohs waren rund zehn Mitarbeiter notwendig. Angetrieben wurde die Dechentreiter von einem Deutz der Marke F2L514 über einen Transmissionsriemen. Ein Teil des Korns wurde in einer historischen fahrbaren Kornmühle zu Schrot gemahlen. Die Mühle wurde ebenfalls mit einem Treibriemen von einem Traktor der Marke „Allgaier“ angetrieben.

Bei bestem Wetter trafen sich die Freunde der nostalgischen Landarbeit und viele Schaulustige aus Börm und Umgebung auf der Hauskoppel von Thomas Frahm im Birkenweg. Auch viele Jugendliche interessierten sich für die Maschinengeneration ihrer Eltern und Großeltern. Sie waren überrascht, wie viele Hände beim Dreschen zupacken mussten.

Auch eine Mittagsstunde wurde bei der Vorführung eingehalten. Zur Stärkung gab es Erbsensuppe. Es entwickelten sich viele Fachgespräche, besonders unter den Älteren.

Gedroschen wurden zwei Fuder Roggen, der im Sommer mit einem Selbstbinder bei Johannes Thams auf dem Barkhorn gemäht worden war. Dank der liebevollen Pflege war der Dreschkasten voll einsatzfähig und lief wie „geschmiert“ – ohne Ausfälle. „Das war noch Qualitätsarbeit“, meinte Bernd Huber aus Börm. Auch im nächsten Jahr soll es wieder heißen: „Döschen as fröher“.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen