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Rentner gerettet : „Das war eine Sekunde vor zwölf“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schreck in der Nacht: Andrea Braker rettet 88-jährigen Rentner aus seinem brennenden Haus in Jahrsdorf

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 16:07 Uhr

Fünf Kartenspielerinnen haben dafür gesorgt, dass die Einsatzkräfte beim Brand in Jahrsdorf schnellstmöglich alarmiert wurden, und eine von ihnen – Andrea Braker aus Hohenwestedt – war es auch, die den 88-jährigen Bewohner aus dem brennenden Haus holte und in Sicherheit brachte.

Einmal im Monat trifft sich die fünfköpfige Doppelkopfrunde, und am Mittwochabend war Sandra Hammerich die Gastgeberin. Nach vier Spielstunden beschlossen die fünf Freundinnen kurz nach Mitternacht, die letzte Runde einzuläuten. „Drei von uns sind hinten raus zum Schmöken gegangen, als wir so ein Piepen hörten“, berichtet Birgit Rohwer, „‚ist das vielleicht ein Rauchmelder?’, haben wir uns gefragt, und dann haben wir auch schon gehört, wie jemand ‚Feuer!’ rief.“

Die Kartenspielerinnen rannten zur Vorderseite des Hammerich’schen Hauses, wo sie die Unglücksstelle gleich im Blick hatten, direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite. „Da haben wir aus der Nebeneingangstür von Herrn Goetsch Rauch rauskommen sehen“, erzählt Andrea Braker, die nicht zögerte, dem 88-jährigen Bewohner, den sie von Kindesbeinen an kennt, zu Hilfe zu eilen. Die Krankenschwester sprang über die Dornenhecke zum gegenüberliegenden Grundstück und bahnte sich einen Weg zum Brandort. „Die Tür stand offen, die Küche war voller Rauch, ich konnte nicht viel sehen und hab gerufen: ‚Kurt, wo bist du?’“ Nach zwei, drei Schritten ins Haus hinein entdeckte Andrea Braker den Bewohner, der „noch was holen“ wollte. „Wir haben keine Zeit! Wir müssen hier raus!“, entgegnete Andrea Braker, packte den alten Herrn und brachte ihn in Sicherheit.

„Gerade als wir an die Gartenpforte kamen, platzten schon die Fensterscheiben und die Flammen schlugen aus der Küchentür“, berichtet die Lebensretterin. „Das war nicht 5 vor 12, das war eine Sekunde vor 12“, meint Birgit Rohwer, die inzwischen ihren Gatten und Feuerwehrmann Uwe beauftragt hatte, die Einsatzkräfte zu benachrichtigen.

„Die Flammenentwicklung war so massiv, dass wir in Sorge um die benachbarten Häuser waren“, erklärt Andrea Braker „Darum haben wir nebenan Björn Möller aus dem Bett geklingelt, damit er seine Eltern und Großeltern weckt“, ergänzt Birgit Rohwer, die zum Ehrenmal rannte, um auf die Rettungssanitäter und die Feuerwehrfahrzeuge zu warten und diesen den Weg zur Brandstelle zu weisen.

„Das war für mich ganz selbstverständlich, zu Hilfe zu eilen“, vermerkt Andrea Braker, „das hätten die anderen genauso gemacht, wenn sie wie ich als erste draußen am Zaun gewesen wären.“ Als sie den Bewohner gerettet hatte, war sie erleichtert: „Niemandem ist etwas Schlimmes passiert, es ist nur ein Sachschaden.“ Womit die Mutter von vier Kindern zu kämpfen hat, sind Fragen wie: „Was wäre gewesen, wenn wir eine Kartenrunde weniger gespielt hätten? Oder wenn wir an diesem Tag woanders gespielt hätten!“ „Herr Goetsch ist so ein beliebter alter Herr“, sagt Birgt Stamm, „wir sind alle froh, dass er da raus gekommen ist und hoffen, dass es ihm gut geht.“


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