Nathalie Kollo : „Das Talent zum Singen liegt mir in den Genen“

Nathalie Kollo steht heute bei der Premiere von „Mythos Billie Holiday“ auf der Bühne im Landestheater.
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Nathalie Kollo steht heute bei der Premiere von „Mythos Billie Holiday“ auf der Bühne im Landestheater.

Nathalie Kollo singt die Hits von Billie Holiday.

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26. Juli 2015, 17:09 Uhr

Nathalie Kollo (47) lebt für die Musik. Mit einer Big Band auf der Bühne zu stehen und die großen Swing- und Jazz-Hits zu singen, verschafft ihr eine Gänsehaut. Heute steht die 47-Jährige als Swing-Ikone Billie Holiday auf der Bühne des Landestheaters. Wie es ist, als Tochter des weltberühmten Tenors René Kollo aufzuwachsen und warum sie auch regelmäßig auf Mallorca auftritt, erzählt sie im Gespräch mit LZ-Redakteurin Jana Walther.

Frau Kollo, Sie kommen aus einer Musikerfamilie. Ihr Vater ist ein weltbekannter Tenor, Ihre Mutter eine erfolgreiche Schlagersängerin. Haben Ihre Eltern Sie zur Musik gebracht?

Das glauben alle immer, ist aber witzigerweise gar nicht so. Meine Eltern haben mich nicht in Richtung Musik gebracht, eher im Gegenteil. Ich wollte auch mal etwas anderes versuchen, Tierärztin oder Köchin. Aber die Gene sind offensichtlich stärker, sodass ich schon früh das Verlangen nach Musik gespürt habe. Es liegt mir im Blut.

Mit Jazz und Swing haben Sie trotzdem eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Warum nicht Klassik oder Schlager?

Ich bin froh, dass ich meinen eigenen Stil gefunden habe. Wäre ich in die klassische Richtung gegangen, hätte ich es ja noch schwerer – bei solch einem Vater. Man muss erst einmal den Mut haben, dort anzuknüpfen oder vielmehr anzuklopfen. Ich habe mich auch nicht selbst dafür entschieden, vielmehr hat mein Inneres mich dahin geleitet.

Sie stehen deutschlandweit auf der Bühne. Sie haben ein Kinderbuch geschrieben, waren Moderatorin, sind mit Big Bands unterwegs. Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Ich stehe unwahrscheinlich gerne mit viel Herzblut und zusammen mit einer Big Band auf einer großen Bühne. Das verleiht mir selber eine Gänsehaut.

In Rendsburg sind Sie zum zweiten Mal zu Gast. Silvester haben Sie die großen Hits von Marilyn Monroe gesungen. Wie haben Sie Ihren letzten Auftritt in der Stadt erlebt?

Das Landestheater ist ein ganz tolles Haus. Es hat sehr viel Flair und eine positive Atmosphäre. Von der Stadt habe ich leider nicht viel mitbekommen, aber das Publikum war super. Vielleicht sehe ich diesmal mehr von Rendsburg.

Wie kam die Verbindung zum Landestheater zustande?

Ich kenne Peter Baumann schon seit 20 Jahre. Er hat das Stück geschrieben und dachte, die Rolle passt zu mir.

Was bedeutet Ihnen die Rolle?

Sehr viel, ich bin sehr nah an Billie Holiday. Ihr Todestag ist mein Geburtstag. Ich habe Boxerhunde, und sie hatte auch Boxerhunde. Sie hat mich immer fasziniert. Ihre Kraft, ihr Leben – ich sehe viel von mir selbst in ihr.

Wenn Sie mal nicht auf der Bühne stehen, was machen Sie dann?

Ich spiele mit meinen zwei Hunden und versuche, meinen 16-jährigen Sohn so oft es geht zu sehen. Und ich gehe gerne reiten. Ich habe ein eigenes Pferd auf Mallorca. Sein Name ist Don Ferrari.

Sie leben aber in Berlin und nicht auf der Insel?

Richtig, ich wohne am Stadtrand. Ich habe aber auch eine Wohnung auf Mallorca, trete auch öfter dort auf.

Aber nicht am Ballermann..

Oh nein, das ist nicht mein Publikum. Es gibt ja nicht nur die typischen deutschen Touristen auf der Insel. Mein letzter Auftritt war am Port d’Andratx – ein Open Air Konzert am Hafen. Das war eine wahnsinnig tolle Kulisse.

>Die Landeszeitung verlost heute fünf Mal zwei Karten für die Premiere um 19.30 Uhr. Tel. 4  64-14  19. Die Leitung ist von 12 bis 12.10 Uhr geöffnet.

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