zur Navigation springen

Hilfe von den „Grünen Damen“ : Das Strahlen der Gesichter ist ihr Lohn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Was sie eint, ist der Wunsch zu helfen. 26 „Grüne Damen“ und ein Herr aus dem ganzen Land kamen kürzlich in Rendsburg zusammen. Erstmals gab es eine professionelle Schulung für die ehrenamtlichen Helfer.

von
erstellt am 20.Nov.2014 | 18:54 Uhr

„Wir möchten sie nicht mehr missen.“ Das sagen in einer Umfrage Krankenhäuser und Altenheime über die „Grünen Damen“. Seit 45 Jahren gibt es die Evangelische Krankenhaus-Hilfe. Ganz unterschiedlich sind die Lebensläufe jener, die ehrenamtlich Patienten besuchen und betreuen. Eines eint sie: Sie möchten helfen und etwas Sinnvolles tun. Aber: Wie komme ich am besten mit einem krebskranken Menschen ins Gespräch? Wieviel Nähe ist gut für mich und für den Patienten? Vor allem Neueinsteiger beschäftigen viele Fragen, die erstmals in einem landesweiten Seminar beantwortet wurden – unterstützt vom Familienministerium.

26 Helferinnen und ein Helfer trafen sich an zwei Mal zwei Tagen im Martinshaus in Rendsburg. Männer sind bei dem Hilfsdienst noch in der Minderheit. Aber Hans-Jürgen Hamann genießt den Kontakt mit Menschen im Städtischen Krankenhaus in Kiel – ohne Leistungsdruck wie früher im Unternehmen. Der 65-Jährige war selber oft krank, besuchte Familienangehörige in Kliniken. „Ich habe gesehen, wie einsam viele Patienten sind“, sagt er. Seit drei Jahren ist er ein „Grüner Herr“ und weiß es zu schätzen, mehr über Kommunikationstechniken zu erfahren.

Ein grüner Kittel ist das Erkennungszeichen (daher der Name) und verschafft den Helfern Respekt. Die 22-jährige Stefanie Riekhoff ist mit Abstand eine der jüngsten Betreuerinnen. Die gelernte Kieler Krankenschwester kann aufgrund eines chronischen Leidens zur Zeit nicht arbeiten – wollte aber dennoch nicht untätig sein. Sie weiß: „Mit Fragen nach der Familie erreicht man es, dass die Patienten ihre Krankheit vorrübergehend vergessen“.

Stefanie Riekhoff ist ebenso wie Erika Behrens aus Flensburg erst seit einigen Monaten dabei. „Durch das Seminar habe ich das Rüstzeug für die Tätigkeit erhalten“, sagt die Flensburgerin, die an der Diakonissenanstalt tätig ist. Im Pflegeheim St. Vincenz in Rendsburg versieht dagegen Barbara Wiegelmann aus Westerrönfeld ihren Dienst. In den vergangenen vier Jahren hat sie fest gestellt: Manchmal fällt der Dienstantritt schwer. „Doch wenn ich das Strahlen der Gesichter gesehen hat, gehe ich ganz entspannt nach Hause“.

> Wer sich für den Dienst als „Grüne Dame“ oder „Grüner Herr“ interessiert, kann sich bei der Landesbeauftragten Elke Schiffler aus Rendsburg melden, Telefon 04331 / 25361.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen