Putzaktion : Das Storchennest ist wieder sauber

Haben ein neues Nest errichtet:  Stefan Behrens (oben), Ulrich Masch, Gerd Lienig,Gerd Franz, Peter Jöhnk  und Rainer Kraus (unten   von links).
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Haben ein neues Nest errichtet: Stefan Behrens (oben), Ulrich Masch, Gerd Lienig,Gerd Franz, Peter Jöhnk und Rainer Kraus (unten von links).

Putzaktion in Langwedel: Die „Kinderstube“ der Gemeinde ist mit Holzschnitzeln und Reisig erneuert worden. Gut über einen Zentner wiegt die Masse, die vor Nässe triefend, den Jungstörchen in diesem Jahr das Überleben schwer machte.

shz.de von
06. November 2013, 06:00 Uhr

„Halt, das wird so nichts, das Rad steht in der Luft, ich muss den Wagen noch anders hinfahren.“ Stefan Behrens von der Firma SAG aus Rendsburg schüttelt seinen Kopf und klettert ins Führerhaus. Wenn ein Neigungswinkel von mehr als fünf Grad erreicht ist, wird es gefährlich und der Wagen kann kippen. Zum dritten Mal muss er rangieren, damit das neue Storchennest in der Gemeinde hergerichtet werden kann. Der aufgeweichte Boden vor dem Storchennest ist auch noch etwas abschüssig, was das Vorhaben nicht einfacher macht. Aber dann ist es geschafft, das Fahrzeug mit dem Gelenksteiger steht an der richtigen Stelle, die Stützen werden mit Betonplatten unterfüttert, und es kann losgehen.

Es ist der zweite Versuch innerhalb einer Woche. Der Sturm zwang zu einem neuen Termin, aber nun hält das Wetter, auch wenn Regenwolken drohend am Himmel hängen. Gerd Franz von der Altherrenriege des SV Langwedel steigt zusammen mit Behrens in den Korb, mit dabei hat er eine dreizinkige Hacke, und dann geht es gut 14 Meter in die Höhe. Dort oben auf dem Betonmast steht das mehr als 20 Jahre alte Storchennest, von dem niemand genau weiß, wie alt es wirklich ist. Von 1930 bis 1994 befand sich ein Nest auf der sogenannten „Storchenscheune“, die hier stand. Nach deren Abriss und nicht mehr erfolgtem Neubau wurde es auf den dann 1995 errichteten Mast gebracht. Was als Provisorium gedacht war, steht noch heute.

Nun wird aus dem Nest geworfen, was in den letzten zwei Jahren von den Störchen angesammelt wurde. Bis auf das unten liegende Rad muss Gerd Franz sich durcharbeiten, nur die Ränder sollen stehen bleiben, alles andere muss raus, damit bei Regen das Wasser wieder abfließen kann. Gut über einen Zentner wiegt die Masse, die vor Nässe triefend, den Jungstörchen in diesem Jahr das Überleben schwer machte. Alle zwei Jahre wird eine Reinigung von den alten Herren vorgenommen, wie Rainer Krause berichtet, zu denen auch noch Peter Jöhnk und Gerd Lienig gehören. „Letztes Jahr hatten wir keine Jungstörche“, sagt er mit Bedauern, „aber im Durchschnitt stehen wir ganz gut da.“ Das belegt auch die Informationstafel, die unten am Stamm steht.

Ulrich Masch von der Gemeinde hat eine Schubkarre geholt, und steht schon bereit, um zusammen mit den anderen die Altlasten aufzuladen. Gerd Franz hatte sich im Internet kundig gemacht, welches Material sich am besten als neue Unterlage eignet und so haben sie einen Korb voll mit Holzschnitzeln und Reisig mitgebracht, die nun in das gesäuberte Nest eingebracht werden. Etwa 45 Minuten dauert die Aktion, dann ist die neue Kinderstube fertig.

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