Fussball : Das Stelldichein des Rendsburger Fußballs

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Am Sonnabend beginnt die 31. Auflage des LZ-Sommerturniers. In der Gruppe A trifft Titelverteidiger Audorf auf den OTSV und den BTSV. In der Gruppe B kämpfen der RTSV, der TuS Rotenhof und Gastgeber TuS Jevenstedt um den Finaleinzug.

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11. Juli 2014, 17:00 Uhr

Der Start des LZ-Sommerturniers bildet in diesem Jahr den perfekten Übergang vom großen zum nicht ganz so großen Fußball. Einen Tag vor dem Finale im Maracana-Stadion zwischen Deutschland und Argentinien in Rio de Janeiro startet am Sonnabend die 31. Auflage zum traditionellen Stelldichein des Rendsburger Amateurfußballs. Diesmal freut sich der TuS Jevenstedt, auf seiner frisch renovierten Sportanlage fünf ambitionierte Vereine begrüßen zu können. Die Favoritenrolle ist wie schon im Vorjahr nicht eindeutig verteilt. Der TSV Vineta Audorf reist als Titelverteidiger an. Gegner in der Gruppe A sind der Büdelsdorfer TSV und der Osterrönfelder TSV. In der Gruppe B kämpfen der Rendsburger TSV, Gastgeber TuS Jevenstedt und der Verbandsliga-Aufsteiger TuS Rotenhof um den Einzug in das Finale am 19. Juli.

Gruppe A

Osterrönfelder TSV

Die Mehrzahl der Gesichter beim OTSV ist bekannt. Viel Bewegung war nicht im Kader des Verbandsligisten, aber zwei Abgänge auf entscheidenden Positionen lassen eine halbwegs gesicherte Prognose für die anstehende Saison nur schwer formulieren. Zwischen den Pfosten kämpfen nach dem Abgang von Daniel Jeromin zum TSV Bordesholm mit Florian Evert und Marcel Eiper in der Vorbereitung zwei ambitionierte Schlussmänner um den Status der Nummer eins. „Es ist ein offenes Rennen. Beide werden ihre Chance bekommen“, sagt Lehmann zum Torwart-Duell. Tom Jahnke und Rückkehrer Kevin Rathjen könnten den unerwarteten Wechsel von Spielmacher Bojan Grbavac zum Rendsburger TSV kompensieren. Für die familiäre Wiedervereinigung sorgt Max Lehmann, der vom RTSV an den Bahndamm wechselte. Eine große Eingewöhnung dürfte der bissige Mittelfeldspieler nicht benötigen. Schon vor drei Jahren bei der FT Eider Büdelsdorf lief Max unter seinem Vater Olaf auf. Die größte Baustelle bleibt der Angriff, obwohl mit dem reaktivierten Eike Schneider neben Florian Kuklinski ein weiterer Stürmer im Kader steht.


Büdelsdorfer TSV

Neuanfang beim Büdelsdorfer TSV. Letztendlich war der Abstieg aus der Verbandsliga nicht zu verhindern. Zwar hatte Trainer Adrian Königsmann stets betont, dass das Potenzial für den Klassenerhalt vorhanden sei, gezeigt hat es die Mannschaft aber viel zu selten. Königsmann weiß um die Situation und wirft einen realistischen Blick auf die kurzfristige Zukunft in der Kreisliga. „In diesem Jahr ist der 1. FC Schinkel der absolute Topfavorit. Wir wollen versuchen, ihn so lange es geht zu ärgern“, sagt er. Im oberen Tabellendrittel sieht der BTSV-Trainer sein Team also schon: „Wir haben keinen Druck. Mein Ziel ist es, in zwei Jahren wieder an das Tor zur Verbandsliga zu klopfen.“ Dann dürfte die Büdelsdorfer „Fohlenelf“ auch an Erfahrung gewonnen haben. Erfahrung, die Königsmann zuletzt fehlte. „Wir wollen Stück für Stück die Struktur verändern und nicht ausschließlich auf die Jugend setzten“, sagt der Coach. Eine völlige Abkehr von der bisherigen Vereinsphilosophie aber plant auch Königsmann nicht. In diesem Jahr sind fünf A-Junioren auf dem Sprung in den Liga-Kader.
TSV Vineta Audorf

Der letztjährige Erfolg beim LZ-Turnier war für die Audorfer im Nachhinein mehr Fluch als Segen, denn nach der überzeugenden Vorstellung im Vorfeld der Saison 2013/14 galten die Vineten als heißer Anwärter auf den Kreismeistertitel. Doch das Team von Trainer Norman Bock konnte den Vorschusslorbeeren nicht gerecht werden, der Umbruch vor Saisonbeginn war dann doch zu groß und der Sieg beim LZ-Turnier nicht mehr als die allseits zitierte „schöne Momentaufnahme“. „Die hohen Erwartungen wurden von außen hineingetragen. Wir haben den Sieg beim LZ-Turnier schon genau einordnen können. Leider haben sich die Mannschaften in der Kreisliga dann alle gegen uns hinten reingestellt, und wir waren noch nicht eingespielt genug, um da zum Erfolg zu kommen“, sagt Bock rückblickend, der in dieser Saison weniger Integrationsprobleme haben dürfte. Von den fünf nominellen Zugängen haben vier bereits das letzte halbe Jahr schon mehr oder weniger mittrainiert. Lediglich Benjamin Schmidtke (VfR Eckernförde) ist so richtig neu im Team. „Wir wollen unseren eingeschlagenen Weg fortsetzen und uns spielerisch und tabellarisch verbessern, also unter die ersten Fünf kommen“, umreißt Bock die Ziele. Und – wenn möglich – natürlich den Titel beim LZ-Turnier verteidigen.

Gruppe B

Rendsburger TSV

Einmal mehr darf man auf den Rendsburger TSV besonders gespannt sein. Einmal mehr gab es am Nobiskrug einen Komplett-Umbruch. Einmal mehr versucht ein neuer Trainer, den Verein endlich in die SH-Liga zu führen. Aber trotz all dieser Unwägbarkeiten ist der RTSV einmal mehr der Favorit beim LZ-Turnier. Stephan Waskönig trägt nun die sportliche Verantwortung und muss aus den elf verbliebenen Spielern und den zwölf Zugängen schnellstmöglich ein Team formen, das den Ansprüchen gerecht wird. Seit dem 30. Juni befindet sich die Mannschaft in der Vorbereitung. Die Spiele in Jevenstedt dürften erste Aufschlüsse darüber geben, was dem RTSV zuzutrauen ist. Dennis Usadel wird Waskönig als Assistent unterstützen, soll aber auch als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz die Mannschaft führen. Eine Schlüsselfunktion soll auch Nico Schrum zukommen. „Nico hat schon in ganz anderen Regionen Fußball gespielt und an ihm werden sich die anderen messen müssen“, stellt Waskönig heraus. Als Verstärkung für das zentrale Mittelfeld wurde Bojan Grbavac vom OTSV losgeeist. Wie seine Kollegen zuvor weiß auch Waskönig, an welcher Stellschraube es in erster Linie zu drehen gilt: „Ich will dazu beitragen, dass der RTSV wieder ein positiveres Image bekommt.“
TuS Rotenhof

Die Vorfreude beim TuS Rotenhof auf die neue Saison ist groß. Bereits Ende Juni noch vor dem Trainingsauftakt erklärte Trainer Thomas Gosch: „Es juckt schon wieder.“ Der Tatendrang verwundert nicht, denn nach dem Meistertitel in der Kreisliga und dem damit verbundenen Aufstieg darf der TuS zukünftig in der Verbandsliga spielen. Und das ein Jahr früher als vorgesehen. Gosch und der Verein hatten den Aufstieg eigentlich erst in dieser Spielzeit angepeilt. Nun aber stellen sie sich diesem Abenteuer, das keinesfalls ein kurzes werden soll. „Der Verein möchte in dieser Liga bleiben“, sagt Gosch. Klassenerhalt also lautet die Vorgabe. Ein Ziel, das sicherlich auch mit dem Aufstiegskader möglich gewesen wäre. „Ohne Verstärkungen aber wäre es ungleich schwerer geworden“, weiß der Trainer, der seinen Kader daher behutsam mit erfahrenen Kräften erweitern wollte. „Wichtig war Spieler dazuzubekommen, die die Verbandsliga bereits kennen.“ Mit Christopher Runde, der vom Büdelsdorfer TSV zurückkehrt, und Christer Reiser, der zuletzt für Rot-Schwarz Kiel auflief, hat Gosch diese Spielertypen gefunden. Zudem wechselte Nils Hansen vom TSV GH Lütjenwestedt zum TuS und vom SH-Ligisten Heider SV fand Lukas Reuter den Weg nach Rotenhof. Mit den Zugängen und den „jungen Wilden“ aus dem Aufstiegskader soll der herzerfrischende Rotenhöfer Offensivfußball auch in der Verbandsliga Einzug halten.
TuS Jevenstedt

Jeweils knapp gescheitert ist der TuS Jevenstedt in den letzten beiden Jahren an dem großen Coup. Nach dem verpassten Verbandsliga-Aufstieg 2013, als es in der Aufstiegsrunde nicht reichte, war es 2014 das Finale im Kreispokal, das an der Jevenau für Enttäuschung sorgte. Aber die Niederlage gegen den Eckernförder SV nach Elfmeterschießen ist abgehakt. Was die Verantwortlichen um Trainer Michael Rohwedder hoffnungsvoll stimmt, ist die Tatsache, dass der TuS in dem Duell mit dem ESV die in fast allen Belangen bessere Mannschaft war. Dennoch halten sie sich bei den Prognosen für die neue Spielzeit bedeckt. „Wir wollen schon oben dabei sein, aber wir müssen mal abwarten, wie wir uns zusammenfinden“, sagt Rohwedder. Seine Zurückhaltung hat einen Grund, oder besser gesagt zwei. Die Abgänge von Mirko Mrosek (TSV Kropp) und Sebastian Hehnke (SV Boostedt) wiegen schwer. „Mirko können wir nicht ersetzen“, weiß auch der Coach, der einerseits auf den eigenen Nachwuchs setzt und andererseits eine bewährte Kraft zu einem Comeback in der Liga überzeugt hat. Sturmtank Michael Borawski, zuletzt in der Reserve auf Torejagd, will es noch einmal wissen.
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