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Liebe zum Vinyl : Das Schallplatten-Erbe prägt Nortorf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Heimatmuseum finden sich zahlreiche einzigartige Ausstellungsstücke zur Geschichte der Firma Teldec.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 19:40 Uhr

Nortorf | Die Geschichte der Firma Teldec ist fest mit der Historie der Stadt Nortorf verbunden. Seit 15 Jahren gibt es das kleinen Heimatmuseum am Jungfernstieg mit einer Abteilung über den Nortorfer Schallplattenproduzenten. Auch wenn die Schallplatte nicht das Alleinstellungsmerkmal ist, wird das Thema immer relevanter. Am Wochenende feierte der Förderverein das 15-jährige Jubiläum des Museums.

Dicht gedrängt standen die Besucher am Freitag in den Räumen des Museums: Der Verein hatte zum Sektempfang geladen, etwa 50 Besucher waren anwesend, betrachteten Schallplatten, Aufnahme- und Abspielgeräte. Viele schwelgten in Erinnerungen, sie kannten noch die Zeiten, als Stars und Sternchen in Nortorf ein und aus gingen. Fotos an der Wand zeugen von dieser Zeit.

„Eigentlich war das Museum als Heimatmuseum gegründet worden“, sagte der Vorsitzende des Museumsvereins Lutz Bertram. Aber die Geschichte der Schallplatten-Produktions habe sich als Alleinstellungsmerkmal herauskristallisiert. Die ehemalige Apotheke, die von Anfang an im Erdgeschoss des städtischen Gebäudes untergebracht war, musste schließlich in den ersten Stock weichen. „Das passt aber auch besser“, meinte der Museumschef. Das Schlagwort „Schallplatte“ locke Kenner und Liebhaber der schwarzen Vinyl- oder Schelllackplatten von nah und fern an.

Nur ein Bruchteil des Museumsinventars ist ausgestellt. Werden an den Wänden Aspekte der Produktion durch Schautafeln und Fotos illustriert, stehen die großen Produktionsmaschinen im Archiv. Für sie ist kein Platz in dem kleinen Gebäude. „Unsere Sammlung ist europaweit einzigartig“, sagte der Museumschef, „wenn nicht sogar weltweit.“ Kaum ein Unternehmen habe so gut die Geschichte seiner Plattenproduktion dokumentiert, wie die Firma Teldec.

Bereits 1920 wurde die Telefunken Schallplatten GmbH gegründet und zählte zu den Pionieren der Schallplattentechnik. 1948 entstand in Nortorf in einer alten Lederfabrik eine neue Produktionsanlage. Nach einer Kooperation mit der britischen Firma Decca gliederte Telefunken die Schallplattenproduktion aus. So entstand die Firma Teldec.

Mitte der 1960er-Jahre beschäftigte das Unternehmen rund 1000 Mitarbeiter in Nortorf. Der Niedergang erfolgte in den 1980er-Jahren. Erst zog sich der Mutterkonzern aus der Teldec zurück. 1987 übernahm der Konzern Time-Warner das Werk in Nortorf. 1997 sollte das Werk geschlossen werden. Unter dem Label OK Media wurden bis 2009 noch DVDs und Speicherkarten beschrieben, bis das Unternehmen Insolvenz anmelden musste. Mit dem Abriss der Gebäude, drohte auch ein großer Teil des Inventars weggeschmissen zu werden. Die Vereinsmitglieder retteten einen Teil des Inventars und einige der Produktionsmaschinen.

Damit auch dieser Aspekt der Produktion ausgestellt werden kann, versucht der Förderverein ein neues Schallplattenmuseum im Kesselhaus, einem alten Teldec-Gebäude, einzurichten. Bisher scheiterte dieses Vorhaben allerdings an Diskussionen der Stadt-Politiker über die Kosten.

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