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Begabter Nachwuchs : Das neue Jahr zündend begrüßt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Ein außergewöhnliches Orchester“ betitelt sich selbst die „norddeutsche sinfonietta“ als Nachwuchsschmiede für begabten Musikernachwuchs. Wie sehr das zutrifft, zeigte sich im Neujahrskonzert in der Christkirche.

„Ein außergewöhnliches Orchester“ betitelt sich selbst die „norddeutsche sinfonietta“ als Nachwuchsschmiede für begabten Musikernachwuchs. Wie sehr das zutrifft, zeigte sich im Neujahrskonzert in der Christkirche. Unter dem Dirigenten Christian Gayed war ein Programm zu erleben, das es in sich hatte: Nicht nur wegen seiner spieltechnischen Schwierigkeiten, sondern auch wegen der Anforderungen ans Publikum: Einerseits wurde es verwöhnt mit feinsten Klängen, andererseits auch herausgefordert mit der Landmaschinenwerbung („Machines Agricoles“) von Darius Milhaud.

Der Komponist hatte 1913 einen Prospekt gefunden und war von den Beschreibungen so begeistert, dass er ihnen gleich sechs kleine Kompositionen widmete. Mähmaschine, Grasmäher, Garbenbinder, Samendrillmaschine, Untergrundrainpflug und Heuwender kamen damit in Wort und Ton in die Kirche. So ungewöhnlich die Idee, so ungewöhnlich war auch die Musik, in der Instrumente und die Stimme von Mezzosopran Marianne Schechtel in französischer Sprache scheinbar unabhängig voneinander erklangen.

Der größte Teil sprach direkt Herzen und Seelen an: Das feinsinnig und gekonnt intonierte „Preludio“ und der Triumphmarsch aus Verdis „Aida“, die sechs rumänischen Tänze von Béla Bartók sowie der Querschnitt aus Christoph Willibald Glucks „Orphée et Euridice“, in dem Marianne Schechtel erneut ihr Können zeigte und die Hoffnung von Orpheus, Euridice wiederzusehen, herzerweichend ausdrückte.

Ein weiterer Volltreffer, sprühend von begeisternder Lebendigkeit, wurde danach die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Damit wurde das Jahr so zündend begrüßt, dass sich niemand vom Orchester trennen mochte. In einer Zugabe besang Marianne Schechtel aus Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“ die „Belle nuit d’amour“. Auch das reizte niemand, die Kirche zu verlassen, bis endlich mit der dritten Zugabe, Offenbachs „Can Can“, das neue Jahr optimistisch genug eingeleitet war. Stehend spendeten die Zuhörer ihren Applaus für diese gelebte Lebensfreude.

Wieder einmal hat Gayed mit seinen Musikern gezeigt, dass sich in Programmen wie diesem mit dem Untertitel „Von Unterwelten, Ackerbau und ägyptischer Seele“ Anspruch und Entspannung bestens kombinieren lassen. Die Begeisterung sollte ermutigen, den Weg weiterzugehen.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 10:16 Uhr

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