Das lange Warten auf den Telefonanschluss

Das Telefon nutzlos auf dem Tisch, das Handy in der Hand: UTH-Leiter  Uwe Jensen ist  gefrustet.Foto: org
Das Telefon nutzlos auf dem Tisch, das Handy in der Hand: UTH-Leiter Uwe Jensen ist gefrustet.Foto: org

Festnetz-Telefone, Fax und E-Mail funktionieren nicht: Der Umwelt- und Technikhof ist seit dem Umzug in die Eiderkaserne vor fast drei Monaten technisch um Jahre zurückgeworfen worden. Grund sind offenbar Schwierigkeiten zwischen Anbieter Versatel und Netzbetreiber Telekom.

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16. Januar 2009, 09:52 Uhr

Rendsburg | Viele Privatkunden kennen dieses Gefühl der Hilflosigkeit: Nach einem Umzug oder einem Anbieterwechsel sind Telefon und Internet über Wochen und Monate tot, weil die Kommunikation zwischen den einzelnen Unternehmen gelegentlich deutlich gestört ist. Das Problem aber trifft nicht nur private Haushalte. "Was wir zurzeit erleben, ist ein Rückfall in das Postkutschenzeitalter", schimpft Uwe Jensen, der Leiter des Rendsburger Umwelt- und Technikhofs (UTH). Auch wenn der Vergleich übertrieben ist - die Arbeit des Betriebs wird erheblich erschwert, weil seit dem Umzug in die Eiderkaserne am 3. November Festnetz-Telefone, Faxgeräte und E-Mail-Kommunikation immer noch nicht funktionieren.

Dabei hatte Jensen alles rechtzeitig in die Wege geleitet. Am 9. Oktober hatte er bei der Versatel einen Auftrag unterzeichnet. Ein Mitarbeiter hatte darauf sogar handschriftlich einen Vermerk angebracht: "Eilt! Eilt! Eilt!". Das Problem des Umwelt- und Technikhofs liegt ein wenig anders als in vielen Privathaushalten. Nach dem Umzug in die ehemalige Kaserne benötigte der UTH für seine zehn Telefone, fünf Internetanschlüsse und ein Faxgerät einen Anschluss an das öffentliche Telefonnetz. "Die Telekom muss uns eigentlich nur einen Übergabepunkt zuweisen, an dem wir ans öffentliche Netz gelangen. Das Kabel dorthin würden wir auch selbst legen", sagt Jensen. "Aber es passiert ja nichts."

Ansprechpartner für die Verhandlungen ist die Versatel als Vertragspartner des UTH. Die Telekom aber besitzt die Leitungen. "Zwischen diesen beiden Unternehmen scheint die Kommunikation nicht gut zu sein", vermutet Jensen.

Beleg dafür: Zweimal hatte der UTH Besuch von Technikern, welche die Leitung freischalten wollten, denen aber mitgeteilt werden musste, dass es diese Leitung noch gar nicht gibt.

Vorläufiger Höhepunkt des Telefonärgers war gestern, kurz vor dem Gespräch mit der Landeszeitung, ein Anruf von Uwe Jensen bei Versatel. "Ich wollte mich nach dem Stand der Dinge erkundigen und erfuhr, dass die Telekom den Auftrag storniert hat. Grund: Zweimal sei ein Techniker vor Ort gewesen, habe aber niemanden angetroffen. Das allerdings ist definitiv nicht der Fall."

Wie und wann der Rendsburger Umwelt- und Technikhof noch warten muss, ist nicht abzusehen. "So lange können wir unsere Arbeit nicht so effektiv machen, wie es mit der Technik möglich wäre", sagt Jensen. Die Telefone sind dabei noch das geringste Problem - Gespräche, bei denen die Festnetznummern angewählt werden, landen automatisch auf den Handys der Mitarbeiter. Echte Einschränkungen bereitet dagegen das Fehlen von E-Mail und Fax. "Ob es um Aufträge, Personalangelegenheiten oder Daten für die Ausschüsse geht - alles muss bei uns ausgedruckt und entweder per Post oder über Boten ins Rathaus oder an Kunden übermittelt werden", erläutert der UTH-Chef, "das kostet uns wertvolle Zeit und damit auch Geld."

Was Uwe Jensen besonders ärgert, ist die Tatsache, dass er nichts tun kann und keine Informationen erhält. "Ich verstehe das nicht. Wir haben eigentlich alles richtig gemacht. Aber alle Informationen scheinen irgendwo zwischen Versanet und Telekom zu versickern. Dabei sind wir ja schließlich mit dem Winterdienst auch in einem sicherheitsrelevanten Bereich tätig. Das frustriert alle Mitarbeiter, weil die Arbeit länger dauert und komplizierter als nötig geworden ist."

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