Das Kabarett als Gesundbrunnen

Thomas Philipzen  stand selten still.
1 von 4
Thomas Philipzen stand selten still.

Die „Spaßkasse“ brachte das Programm „Storno“ ins Stadttheater. Verbundenheit mit der Spielstätte bekundet. Zwei ausverkaufte Veranstaltungen begeisterten das Publikum.

23-28223297_23-54885643_1378134428.JPG von
19. März 2014, 12:33 Uhr

Veranstaltungen wie diese müsste es auf Krankenschein geben. Denn: „Lachen verbessert die Lungenfunktion. Die Immun-Abwehr steigt, die inneren Organe werden massiert“, verriet Vorstandsvorsitzender Manfred Buncke vor dem Auftritt der Kabarettgruppe „Storno“. Gelacht wurde im Stadttheater dann fast drei Stunden lang – und zudem an zwei Abenden hintereinander vor ausverkauften Rängen. Ein voller Erfolg für die drei Künstler und das „Spaßkassen“-Programm der Sparkasse Mittelholstein.

„Abrechnung 2013“ lautete das Motto der Kabarettisten aus dem Münsteraner Raum. Dabei bewies Harald Funke, dass man trotz geringer Körpergröße ein ganz Großer sein kann: Seine Mimik und Grimassen waren einfach herrlich. Thomas Philipzen war der Motor und stand kaum still. Jochen Rüther gab sich dagegen ganz seriös. Alle Drei sind sie stilsichere Wortakrobaten. Sie spielten sich die Stichworte wie Bälle zu, wechselten die Themen in Windeseile – von den Grünen zum ADAC und dann zum Papst. Sie kritisierten das Gesundheitssystem, nahmen die Banker aufs Korn und dann wieder die Politiker. Oder wurden ganz regional: „Der Tunnel wird nicht fertig, die Brücke hält nicht – sowas gibt’s nur in Mittelrussland“.

Da blieb kaum Zeit zum Atemholen zwischen den Lachsalven. Da kam auch nicht eine Sekunde Langeweile auf. Darüber hinaus sind die drei Herren musikalisch erstklassig. Wunderbar der Sketch von Mick Jagger und Paul McCartney im Altenheim. Für die gut 1000 Gäste der beiden Auftritte ist diese Institution allerdings erst einmal in weite Ferne gerückt. Denn: „Bereits zehn Minuten Lachen am Tag erhöht die Lebenserwartung um dreieinhalb Jahre“, wusste Manfred Buncke.

Kultur als Gesundbrunnen – mit diesem Rezept beglückt die Sparkasse Mittelholstein in Zusammenarbeit mit dem Nordkolleg die Region seit sechs Jahren. Werbung für die Veranstaltungen ist kaum nötig. So war der erste „Storno“-Abend nach sechs Stunden ausverkauft, daher wurde nachgelegt. Darum war erstmals nicht das Sparkassen-Foyer der Spielort, sondern das Stadttheater, auch „um die Verbundenheit mit dieser Kulturstätte zu zeigen“.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen