zur Navigation springen

Kegeln : „Das ist Gänsehaut-Feeling pur“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Monika Clausen und Susanne Lütjens von Fortuna Rendsburg sind für den Kegel-Länderkampf gegen Dänemark nominiert. Clausen absolviert ihren zweiten Einsatz für Deutschland, Lütjens ist zum neunten Mal für Deutschland dabei.

Monika Clausen (59) und Susanne Lütjens (47) sind seit Jahren erfolgreiche Keglerinnen. In der 1. Bundesliga Bohle zählen sie zu den Stützen des ehemaligen Meisters Fortuna Rendsburg. Von Freitag bis Sonntag steht für Clausen und Lütjens ein absoluter Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn auf dem Programm. Die Fortuna-Spielerinnen vertreten die deutschen Farben beim Länder-Vergleichskampf mit Dänemark in Odense. „International für Deutschland zu kegeln, ist immer etwas Besonderes. Das beginnt bei der Einkleidung und dem Abspielen der Nationalhymne. Das ist Gänsehaut-Feeling pur“, beschreibt Clausen, die nach 2014 ihren zweiten Einsatz für Deutschland absolviert, ihre Gefühlslage vor dem Auftritt. Dem pflichtet Susanne Lütjens, die bereits zum neunten Mal für Deutschland startet, uneingeschränkt bei. „Das Kegeln auf internationaler Ebene ist gegenüber den Wettkämpfen mit der Vereinsmannschaft ein großer Unterschied“, so Lütjens. Da sei schon eine gewisse Nervösität vorhanden, bekennen beide, schließlich sei es etwas anderes, wenn man das Nationaltrikot trage.

Hinzu kommt, dass man auf einer unbekannten Bahn spielt. Das Gewöhnen an die Bahn ist knapp. Es stehen nur fünf Würfe zur Verfügung. „Ich weiß nach zwei, drei Würfen, ob ich mit der Bahn klarkomme. Zum Glück bin ich in der Lage, flexibel zu reagieren und meine Wurftechnik auf die Bahn einzustellen“, sagt Lütjens. Clausen hingegen hat hier und da schon mal Probleme. „Jede Bahn hat ihre Eigenarten.“ Selbst die Temperatur auf der Kegelbahn hat Auswirkungen auf die Holz-Leistung. „In einem Bundesliga-Punktspiel herrschten auf der Bahn nur 14 Grad, weil der Hallenwart vergessen hatte, die Heizung anzustellen. Da lief bei mir kaum etwas“, berichtet Lütjens. Eine besondere Vorbereitung auf den Länderkampf haben beide aber nicht absolviert. Ihr Motto lautet: In der Ruhe liegt die Kraft.

Überhaupt fällt bei beiden auf, dass sie ihre Leistungen ohne viel Trainingsaufwand erreichen. Im Verein gibt es keine Trainer. Eine Spielerin schaut auf die andere und nimmt entsprechende Korrekturen vor. Das erfolgt meist beim einmaligen wöchentlichen Training in der Kegelsporthalle des Rendsburger TSV. Da werden dann 125 Wurf in gut 40 Minuten absolviert. „Das dient allein der Wurfsicherheit. Einzig vor Meisterschaften wird einmal mehr trainiert“, sagt Monica Clausen. Neben dem Kegeln betreibt sie jedoch noch „Nia“ – ein Mix aus Kampfsport, Tanz und Entspannung. „Das dient der Verbesserung der Konzentration. Dadurch wird man auch lockerer.“ Die in Lübeck wohnende Susanne Lütjens kegelt hier und da für die Betriebsmannschaft der Lübecker Dräger-Werke, um ihr Leistungsniveau zu halten. Beide sind davon überzeugt, dass vermehrtes Training nicht zwingend auch zu besseren Leistungen führt.

Recht unterschiedlich sind die Nationalspielerinnen übrigens zum Kegeln gekommen. Monika Clausen ist auf „Kneipen-Bahnen“ in den Rendsburger Gaststätten „Dorfschänke“, „Roseneck“ und „Lagune“ groß geworden, ehe das Sportkegeln in der Kegelsporthalle des Rendsburger TSV im Jahre 1982 eine Heimat fand. Susanne Lütjens Einstieg erfolgte mit zehn Jahren in Lübeck über die Eltern, die beide dem Sportkegeln nachgingen.

Im Länderkampf gegen Dänemark haben beide nur ein Ziel: ihre Mannschaft zum Sieg über Dänemark zu führen. Das wird sicher auch Roger Diekmann verfolgen. Der Ex-Rendsburger, der jetzt für den Bundesligisten ETV Kiel startet, ist ebenfalls für das deutsche Nationalteam nominiert.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen