Büdelsdorf : Das Hotelzimmer als letzte Lösung

Die Büdelsdorfer  Notunterkunft in der Usedomstraße ist im Moment belegt.
1 von 2
Die Büdelsdorfer Notunterkunft in der Usedomstraße ist im Moment belegt.

In Büdelsdorf wird Wohnraum für Asylbewerber knapp. In diesem Jahr kommen dreimal mehr Flüchtlinge in den Kreis als 2011.

Miriam Richter von
10. März 2014, 11:55 Uhr

Wohnung, Hotelzimmer oder Container für neu ankommende Asylbewerber? Angesichts steigender Flüchtlingszahlen stellt sich für Peter Schwedt vom Bürger-Sozialbüro Büdelsdorf die Frage, wo die Stadt die Neuankömmlinge unterbringen soll. „Wir als Kommune sind zur Aufnahme verpflichtet“, sagt Schwedt. Für Büdelsdorf bedeutet dies, dass in diesem Jahr eine Bleibe für 23 Menschen gefunden werden muss. Zum Vergleich: 2011 waren es nur acht.

Wohnraum für die zumeist aus den Balkanstaaten kommenden Flüchtlinge zu finden, ist schwer. Nicht alle Vermieter und Wohnungsgenossenschaften sind bereit, Asylbewerbern ein Dach über dem Kopf zu bieten. „Viele haben Angst vor Unruhe in der Mietergemeinschaft“, sagt Schwedt. Allerdings könne er diese Vorurteile nicht bestätigen. Probleme könne es mit allen Mietern, egal welcher Nationalität, geben. „Die Flüchtlinge sind bemüht, friedlich mit allen auszukommen.“ Zurzeit hat Büdelsdorf zwei Wohnungen für Asylbewerber angemietet. Verhandlungen über ein Haus laufen. Zudem ist die städtische Notunterkunft belegt.

Obwohl das Land 70 Prozent und der Kreis 30 Prozent der Kosten tragen, kommen auf Büdelsdorf dennoch Ausgaben zu. Denn die Mietkosten werden nur bis zur Obergrenze erstattet. Sie liegt bei 235 Euro netto für eine Kaltmiete. „Hierfür Wohnraum zu finden, ist schwierig“, sagt Schwedt. Die Anmietung von Hotelzimmern wäre für ihn jedoch die „allerletzte Lösung“. Abhilfe für das gesamte Kreisgebiet könne seiner Meinung nach eine zusätzliche Gemeinschaftsunterkunft mit 60 Plätzen schaffen.

Neben dem knappen Wohnraum ist der Zeitfaktor ein weiteres Problem. Schwedt erfährt erst eine Woche vorher, dass neue Asylbewerber kommen. Deswegen hält er die Augen immer nach geeignetem Wohnraum offen. Ein passendes Objekt wird bereits im Voraus angemietet. „Ich spreche dann die Ausländerbehörde an und signalisiere, dass wir Flüchtlinge aufnehmen können.“ Diese Vorgehensweise ermöglicht es der jungen Stadt, ein wenig Einfluss auf den Zeitpunkt zu nehmen.

Insgesamt hat sich die Zahl der Zuweisungen im Kreis von 150 in 2011 auf 450 in diesem Jahr verdreifacht. Das Amt Fockbek hat ähnliche Probleme bei der Unterbringung. Es muss 32 Asylbewerber aufnehmen. Diese Woche kommen acht Personen an, die in der amtseigenen Gemeinschaftsunterkunft ein Dach über dem Kopf finden werden. Sie fasst bis zu 20 Personen. „Mit den Neuankömmlingen ist sie belegt“, sagte Bernd Wohlmacher vom Sozialamt. Generell hat das Amt Probleme, geeignete Wohnungen zu finden. „Der Wohnraum wird uns nicht vor die Füße gelegt. Die Asylbewerber sollen aber angemessene Unterkünfte haben.“

In Rendsburg leben 230 Asylbewerber – ein Drittel aller gemeldeten Flüchtlinge im Kreis. Seit Jahren ist die Aufnahme-Quote mehr als erfüllt. Ein Grund dafür ist die kreiseigene Gemeinschaftsunterkunft in der Kaiserstraße, die 60 Plätze bietet. Aktuell ist sie belegt. Außerdem ziehen viele Asylbewerber, die ihren Wohnort nach gewisser Zeit frei wählen dürfen, in die Stadt. „Sie suchen sich ihre Wohnungen selbst, zählen aber mit zur Quote“, so Fachdienstleiter Stefan Lohr. Daher muss Rendsburg keine Flüchtlinge aufnehmen.

Im sieben Gemeinden fassenden Amt Eiderkanal, zu dem Osterrönfeld und Schacht-Audorf gehören, werden 20 Asylbewerber erwartet. 22 Menschen wurden im vergangenen Jahr in angemieteten Wohnungen untergebracht, nachdem ursprünglich einmal 23 angekündigt gewesen waren.

Im Büdelsdorfer Rathaus befasst sich morgen (18 Uhr) der Ausschuss für Ordnung, Senioren und Soziales mit der Asylbewerber-Unterbringung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert