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Studie : Das harte Los der Alleinerziehenden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Bericht des FAME-Projekts ist eindeutig: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist schwer.

Wie familienfreundlich ist die Region Rendsburg? Antworten auf diese Frage liefert eine Studie der Universität Flensburg, die am Montag im Sozialausschuss vorgestellt werden wird. Gegenstand der Untersuchungen ist die Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf. Die Ergebnisse zeigen: Es besteht dringend Handlungsbedarf.

Ein großes Problem sehen 66 Prozent der Befragten bei den Betriebsferien der Kindertagesstätten. Ihrer Meinung nach sind diese zu lang. Die städtischen Kitas haben drei Wochen im Sommer geschlossen. Während der Ferienzeiten fehlen die Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder. Einzige Lösung für berufstätige Eltern im Moment: Sie müssen selbst Urlaub nehmen, um ihre Kleinen gut versorgt zu wissen. Allerdings ist das für viele der Befragten nicht ohne weiteres möglich, da ihre eigenen Urlaubstage nicht ausreichen. Für 61 Prozent ist dies eine starke Belastung.

Nicht nur die Ferien-, auch die Öffnungszeiten der Kitas und Schulen sind für viele eine Hürde im Alltag. Die Hälfte der Befragten gibt an, dass sich ihre Arbeitszeiten mit den Anfangszeiten der Einrichtungen überschneiden. Fast alle Kitas der Stadt haben zwischen 7 und 17 Uhr geöffnet. Lediglich zwei Einrichtungen – die Kita Neuwerk (5.45 Uhr) und die Kita St. Marien Parksiedlung (6 Uhr) – bieten eine frühere Betreuung an. Geht es nach der Meinung der Befragten, ist dies eindeutig zu wenig.

Beim Thema „Betreuungsangebote und Infrastruktur“ zeichnet sich laut Studie ein noch düstereres Bild ab: „Mit steigender Kinderzahl nimmt die Zufriedenheit stetig ab, besonders unzufrieden sind die Alleinerziehenden.“ Im Falle von unplanbaren Ereignissen wie Krankheit oder Unfall gibt es wenig Möglichkeiten, die Kinder betreuen zu lassen. Den Haushalt und die Beaufsichtigung des Nachwuchses unter einen Hut zu bekommen, stellt manche Mütter und Väter dann vor schwerwiegende Probleme.

Demnach fällt der Abschlussbericht der Universität Flensburg wenig überraschend aus. Demnach bestehe in allen Bereichen Handlungsbedarf. Prof. Dr. Marianne Resch erklärt: „In der Studie werden Problempunkte wie die Schulferien oder das Notfallmanagement deutlich.“ Allerdings sei dies kein für Rendsburg spezifisches, sondern ein generelles Problem der heutigen Zeit.

Der Bericht zeigt jedoch nicht nur Probleme auf, er benennt auch mögliche Lösungen. Die Stadt solle prüfen, ob in den Betreuungseinrichtungen eine Urlaubsvertretung eingerichtet werden könne. Außerdem sei ein Notfallmanagement bei den Betreuungszeiten zu überdenken. Dadurch bekämen Eltern in Notlagen die Chance, ihre Kinder abseits der normalen Öffnungszeiten gut betreut zu wissen.

Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast sieht in dem Verwirklichen dieser Lösungen eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. „Wir sind auf einem guten Weg, etwa bei der Ferienbetreuung durch ,Jerry Town‘.“ Allerdings sieht er weiter Handlungsbedarf, zum Beispiel bei den flexiblen Betreuungszeiten. „Sie sind in der Praxis nicht leicht umzusetzen. Wir müssen uns mit den Einrichtungen austauschen.“Die Stadtverwaltung und die Parteien wollen jedenfalls dafür sorgen, dass der Bericht in ein realistisches Konzept mündet. Dazu ist angedacht, Ideenfindungs-Workshops mit Bürgern zu veranstalten.
 

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erstellt am 15.Mai.2014 | 11:11 Uhr

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