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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 22:46 Uhr

Das harte Leben vor 250 Jahren

vom

Rückblick auf die Ankunft der ersten Siedler aus Süddeutschland im Norden / Sommerfest im Kolonistenhof / Gottesdienst in der Waldkirche

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neu Duvenstedt | Am Rande der Duvenstedter Berge erstreckt sich östlich der Autobahn Hamburg-Flensburg die Streugemeinde Neu Duvenstedt. Die Ortsteile Mohr, Neu-Duvenstedt-Süd und Neu-Duvenstedt-Nord, Schulendamm sowie die Einzelgehöfte Schlagbaum, Hegenholt und Heidberg sind charakteristisch für die auch heute noch landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Kolonisten aus Süddeutschland besiedelten die Region vor 250 Jahren. Am Sonntag, 2. Juni, wird bei dem Sommerfest auf dem Kolonistenhof auch an das harte Leben der ersten Siedlerfamilien erinnert.

Aus Württemberg, Baden, Südhessen und dem Rheinland kamen die Kolonisten ab 1761 auf Anwerbung des dänischen Königs Friedrich V. in den Norden. Holländer siedelten sich wegen der versprochenen Religionsfreiheit an. Ihnen wurden Land, Häuser und ein Übergangsgeld versprochen. Doch als die ersten Kolonisten eintrafen, war das Land noch nicht vermessen, Häuser noch nicht gebaut. In Behelfshütten, ähnlich der in die Erde gebauten Notunterkunft auf dem Kolonistenhof, lebten die Familien. Mühsam versuchten sie, Moor und Heideflächen urbar zu machen, oft ohne Erfolg.

"Nur etwa jede fünfte Familie blieb", weiß Bürgermeister Heinrich-Dietrich Janzen. Viele folgten dem Aufruf der Zarin Katharina II. und zogen nach Russland. Das Gemeindegebiet umfasst heute 580 Hetar und 132 Einwohner leben in einer reizvollen, naturbelassenen Endmoränenlandschaft.

Das Sommerfest, das aus Anlass des Jubiläums gemeinsam von dem Kolonistenhof, einer Einrichtung der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie, dem Arbeitskreis "Plaggenhacke" und der Kirchengemeinde Bünsdorf organisiert wird, beginnt um 11.30 Uhr mit einem Gottesdienst, den Pastor Thies Feldmann aus Bünsdorf in der Baumkirche hält. Dabei wird der private "Engel-Chor" des früheren Bünsdorfer Pastors Jörn Engler singen.

Bei dem Fest ab 12.30 Uhr wird das Backhaus auf dem Kolonistenhof in Aktion sein. "Frische Brötchen und Brot direkt aus dem Holzbackofen", verspricht Thomas Hirsch, Leiter des Kolonistenhofes, den Besuchern. Für Musik am Nachmittag haben die Veranstalter eine Band aus der Region verpflichtet. "Hüttenfolk" und "Das walte Hugo" werden auf der Bühne stehen. Besonders die Kinder dürften sich auf Haustiere ganz aus der Nähe freuen. Es wird ein Hock für Schafe, Ziegen und Kaninchen aufgebaut. Weitere Programmpunkte sind Rundfahrten mit einer Kutsche und Auftritte des Husky-Teams Hüttener Berge.

Über die Geschichte der Kolonisten informiert Christian Winkel von der Arbeitsgemeinschaft "Plaggenhacke" mit Filmen und Vorträgen. Die Plaggenhacke war das Werkzeug der Kolonisten, mit dem sie das Heidekraut entfernten.

Weitere Informationen und eine Anfahrtsbeschreibung gibt es im Internet unter www.kolonistenhof.de.

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