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Landeszeitung

18. August 2017 | 12:59 Uhr

„Das Handy klingelt ständig“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Morgen beginnt der E.ON Hanse Cup / Ein Interview mit den Organisatoren Wolfgang und Florian Berndt

Seit fast zwölf Monaten bereiten Wolfgang Berndt und sein Sohn Florian den E.ON Hanse Cup vor. Zeit zum Durchatmen haben sie dennoch nicht. Kurz vor dem offiziellen Beginn des bundesweit beachteten Events sind beide nahezu rund um die Uhr gefordert. Mit den Machern des härtesten Ruderrennens der Welt sprach unser Redaktionsmitglied Dirk Jennert.

Herr Berndt, wie oft klingelt derzeit Ihr Mobiltelefon?

Wolfgang Berndt: Eigentlich ständig. Jetzt hat sich gerade der NDR gemeldet, weil sich die Anfangszeit der Fernsehübertragung verändert hat. Dann ist heute morgen bei einem Boot, das wir unbedingt benötigen, der Motor ausgefallen. Darum muss ich mich nachher kümmern.

Florian Berndt: Vieles, was in dieser Phase geregelt werden muss, lässt sich nicht planen. Wir haben zum Beispiel völlig überraschend erfahren, dass das amerikanische Achter-Team einen Tag früher als vorgesehen nach Rendsburg kommt. Da müssen dann schnell ein Flughafentransfer und die Hotelzimmer organisiert werden.

Zum ersten Mal seit Jahren haben Sie wieder fünf Achter am Start. Wie ist das gekommen?

Wolfgang Berndt: Eigentlich wären es nur vier gewesen. Aber bei der Weltmeisterschaft in Amsterdam Ende August haben wir dann das polnische Team gesehen, von dem wir ursprünglich dachten, dass es in diesem Jahr nicht das nötige Leistungsniveau vorzuweisen hat. Aber das war ein Irrtum. Die waren richtig gut und sind Dritter geworden. Und da zahlte es sich aus, dass wir mittlerweile ein sehr gutes Netzwerk aufgebaut haben und der Cup sehr bekannt ist. Wir haben nach Rücksprache mit unserem Hauptsponsor E.ON eine Einladung ausgesprochen – und schon war alles geregelt.

Letztes Jahr hatten die polnischen Ruderer auf dem Nord-Ostsee-Kanal wenig Glück.

Florian Bernd: Ja, da sind sie weit zurückgefallen und gerieten somit auch noch in die Wellen des Fernsehbootes. Das wird ihnen diesmal nicht passieren. Das polnische Team ist hochmotiviert.

Mit dem E.ON Hanse Cup gelingt Ihnen etwas, was bisher noch keinem Marketingexperten der Stadt gelungen ist, nämlich Rendsburg bundesweit für fast eine Stunde im Fernsehen zu präsentieren. Aber herumgesprochen hat sich das in der Stadt noch nicht.

Wolfgang Berndt: Es ist tatsächlich so, dass sicher nicht alle Rendsburger wissen, welche Bedeutung der Cup inzwischen hat. Hier treten die besten Ruderer der Welt gegeneinander an. Es ist eine Werbeveranstaltung weit über den Rudersport hinaus. Das Fernsehen ist mit 14 Kameras vor Ort. Dabei gerät auch die Stadt selbst in den Fokus.

Sie beide investieren Ihre gesamte Freizeit in die Vorbereitung. Warum machen Sie das?

Florian Berndt: Weil wir ruderverrückt sind. Aber mein Vater ist noch verrückter als ich.

Wolfgang Berndt: Ich hatte in dieser Hinsicht ein Schlüsselerlebnis. Als ich am Tag unseres ersten Canal-Cups nochmal kurz vor dem Start am Stadthafen war, hielt sich da noch kein Mensch auf. Dann bin ich nach Breiholz gefahren, wo wir die Boote zu Wasser gelassen haben. Es folgte das Startsignal. Ich fuhr in einem Begleitboot mit, um hautnah beim Rennen dabei zu sein. Als wir bei Westerrönfeld in die Kurve gingen und das Ziel in Sichtweite rückte, hatte sich das Bild komplett gewandelt. Am Ufer auf beiden Seiten waren unzählige Menschen. Ob es 50 000 oder 100 000 waren, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es auf der Haut prickelte. Das war einfach unglaublich emotional. Es war klar, wir machen weiter.

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