Handball-Oberliga : Das große Zittern geht weiter

Kein Durchkommen: Hohns Steffen Oeltjen (schwarzes Trikot) wird von den Flensburgern Lutz Cordes (l.) und Lasse Johannsen in die Zange genommen.
Kein Durchkommen: Hohns Steffen Oeltjen (schwarzes Trikot) wird von den Flensburgern Lutz Cordes (l.) und Lasse Johannsen in die Zange genommen.

Die HSG Hohn/Elsdorf und Schülp/Westerrönfeld/RD verlieren. Der TSV Alt Duvenstedt ist endgültig abgestiegen. Die Kropper Frauen feiern Kantersieg.

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31. März 2014, 06:06 Uhr

Seit Samstagabend ist es amtlich: Der TSV Alt Duvenstedt steht nach dem 26:38 gegen den HSV Hamburg II als erster Absteiger aus der Handball-Oberliga der Männer fest. Zittern müssen weiter die HSG Hohn/Elsdorf und die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg. Schülp/Westerrönfeld/RD rutschte durch die 26:36-Niederlage beim VfL Bad Schwartau II auf den vorletzten Platz ab. Hohn/Elsdorf hat nach dem 24:34 gegen den DHK Flensborg als Zehnter nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Derweil feierten die Frauen der HSG Kropp-Tetenhusen gegen den AMTV Hamburg einen 32:16-Kantersieg.

Oberliga, Männer
TSV Alt Duvenstedt – HSV Hamburg II 26:38 (10:21)
Rechnerisch kann das Schlusslicht aus Alt Duvenstedt höchstens noch Platz zwölf erreichen. Der Klassenerhalt ist futsch. Verloren wurde er allerdings nicht an diesem Wochenende. „Wir waren nach Abpfiff jetzt nicht am Boden zerstört. Uns war schon vorher klar, dass es wahrscheinlich sehr schwer werden würde, den Abstieg noch zu verhindern“, konstatierte TSV-Coach Thomas Carstensen. Gegen die extrem konterstarken Hamburger sahen sich die Hausherren bereits zur Pause einem hoffnungslosen 10:21-Rückstand gegenüber – obwohl der TSV laut Angaben seines Trainers nicht so schlecht spielte. Nur im Abschluss haperte es gewaltig. „Wir hatten eine gute Körpersprache“, so Carstensen. In der Pause appellierte Carstensen an seine Spieler, den HSV nicht zu Gegenstößen einzuladen. Seine Worte fanden Gehör. Gestützt auf einen starken Freddy Klapdor im Tor und einen effektiven Spielmacher Christian Eichstädt verkürzte der TSV bis auf 19:24, bevor die Gäste wieder aufs Gas drückten. Als kleinen Erfolg dürfen die Alt Duvenstedter verbuchen, dass sie die zweiten 30 Minuten nur mit einem Tor verloren. Ärgerlich ist die Verletzung von Sascha Schwarz, der sich das Knie verdrehte und nun für die letzten zwei Spiele auszufallen droht.

TSV Alt Duvenstedt: Ehrig, Klapdor, Quarck – Müller (2), Buechler (1), Eichstädt (4/2), Dau (3), Frahm (2), Höpfner (2/1), Wommelsdorf (2), Schwarz (5), S. Petersen (2), Koslowski (3).
 

HSG Hohn/Elsdorf – DHK Flensborg 24:34 (13:16)
Der DHK Flensborg war besser eingestellt als beim überraschenden 33:33 im Hinspiel. „Die waren eindeutig besser und wollten die Scharte aus dem Hinspiel wettmachen“, sagte Hohn/Elsdorfs Trainer Thies Schmalfeld. Vor allem der ehemalige Hohner Eike Möller lief in der ehemals heimischen Werner-Kuhrt-Halle zu Hochform auf und warf neun Tore. „Er hat alles getroffen. Das freut mich für ihn, aber er hat einen schlechten Zeitpunkt gewählt“, sagte Schmalfeld über den Linkshänder. Ob 1:6, 5:12 oder 13:16 zur Pause – die HSG hatte niemals die Chance, das Spiel knapp zu machen. Beim 20:23 in der zweiten Halbzeit sah es kurzfristig so aus, als könne sie es doch, aber der DHK nutzte technische Fehler eiskalt aus und beim 20:26 war dann alle Hoffnung wieder verflogen. Und so beschäftigten Thies Schmalfeld beim gestrigen Trainerlehrgang wohl dieselben Gedanken wie seinen Kollegen Detlef Horst von der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg. Wie soll die Mannschaft es schaffen, in den letzten Spielen doch noch die rettenden Punkte zu holen? Einen Vorteil hat Hohn/Elsdorf allerdings. Jörg Gosch und Co. haben es im Gegensatz zu den Westerrönfeldern noch selbst in der Hand. Das „Endspiel“ findet am nächsten Wochenende beim Preetzer TSV statt. Schmalfeld: „Hoffentlich kommen da genügend Fans mit, um das zu einem Heimspiel für uns zu machen.“

HSG Hohn/Elsdorf: Dobratz, Treziak – Thöming (6), Kuhrt (1), Möller (3), Oeltjen (3), Hohnsbehn (4/2), Küch, Reinsch, Bendixen (2), Oettershagen, Petersen, Gosch (3), Brown (2).
 

VfL Bad Schwartau II – HSG Schülp/W’Feld/RD 36:26 (19:8)
Egal, ob die VfL-Reserve, die mit fünf A-Jugendlichen spielten, ihr Team verstärkt hatte oder nicht – für Westerrönfelds Co-Trainer Detlef Horst war klar: „Abstiegskampf sieht für mich anders aus!“ Die erste Halbzeit verpennte die HSG komplett. 1:7 war der erste ernüchternde Zwischenstand, 7:14 der nächste und zur Pause dachte niemand mehr ernsthaft über zwei Punkte nach (8:19). Keiner bei den Gästen schaffte es, die Weichen auch nur ein kleines Bisschen in Richtung Sieg zu stellen, sodass Bad Schwartau keine Probleme hatte, letztlich mit 36:26 zu gewinnen. Probleme bereitet der HSG jedoch weiterhin der Tabellenstand. Dem Vorletzten fehlen mittlerweile schon zwei Punkte zum Klassenerhalt. „Es ist noch alles möglich, es wird aber schwer“, urteilte Horst nach dem Abpfiff.

HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg: Burchert, Martensen – Moreau, Hohnsbehn (3), Schrader (4), Jüschke (1), Fisch, C. Cohrt (3), Woldt (7/4), Seehase (1), Cardis (2), Ranft (3), Schöler (2).

Oberliga, Frauen
HSG Kropp-Tetenhusen – AMTV Hamburg 32:16 (12:7)
Nach der vergleichsweise bescheidenen Leistung am vergangenen Wochenende beim TSV Wattenbek (23:33) wollte die Mannschaft von Dirk Schlegel und Lena Leptien zeigen, dass sie trotz des vorzeitigen Titelgewinns die Saison anständig zu Ende bringen will. „Es war kein berauschender Sieg“, gab Schlegel unumwunden zu. Aber bei einem 16-Tore-Erfolg ist das Jammern auf hohem Niveau. Das weiß auch Schlegel: „Ich habe natürlich solche tollen Spiele wie gegen Ellerbek im Hinterkopf, in denen alles klappte“, erklärt der Trainer. Gegen Hamburg klappte nicht alles, aber sehr viel. Vor allem das Kropper Tempospiel mit den wieselflinken Lena Jöns, Levke Rohwer und Inra Krück überrollte die Gäste förmlich. Gefüttert mit Zauberpässen der gut aufgelegten Torhüterin Svenja Maelzer liefen die Gastgeberinnen einen Konter nach dem anderen. „Unsere Tempogegenstöße haben dem Gegner das Genick gebrochen“, bilanzierte Schlegel. Zuhause bleibt die Mannschaft ohne Niederlage. Ohne das Orakel befragen zu müssen, dürfte klar sein, dass die Kropperinnen in der 3. Liga nicht schadlos in eigener Halle davonkommen – dann allerdings ohne Schlegel auf der Bank. Ein Coaching-Gespann Schlegel/Leptien wird es in der Form in der neuen Saison nicht mehr geben. Derzeit ist der Verein auf der Suche nach einem neuen Chefcoach.

HSG Kropp-Tetenhusen: Maelzer, Cornehl – Pahl (4), Jörgensen (4/2), Paul (2), Seidel (1), Ohm (1), Krück (4), Kösling (2), Jöns (4), Rohwer (10).

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