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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 03:50 Uhr

Inventur : Das große Zählen beginnt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In den Geschäften ist die Inventur angelaufen. Die Inhaber setzen auf unterschiedliche Methoden, um den Bestand exakt zu erfassen.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Nicht nur beim Silvester-Klassiker „Dinner for one“ heißt es: Dieselbe Prozedur wie in jedem Jahr. . . In diesen Tagen fällt den Kunden in Geschäften vielleicht der eine oder andere Mitarbeiter auf, der konzentriert und vor sich hinmurmelnd vor einem Warenregal steht. Artikel werden erfasst, Soll- und Ist-Bestände verglichen. Rund um den Jahreswechsel steht auch jetzt wieder in zahlreichen Firmen die Inventur auf dem Programm.

Am Montagabend, nach Ladenschluss, machen sich bei ID Sievers in Rendsburg rund 60 Mitarbeiter auf die Wege durch das Sortiment. Per Hand wird nach etwa 10 000 Fächern sortiert vorgegangen – Pullover, Hosen, T-Shirts, Bademäntel, Socken, BHs. „Erst wird – quasi zur Selbstkontrolle – vorgezählt. Am Dienstagmorgen geht es dann mit den Handscannern weiter“, sagt Geschäftsführer Axel Bornhöft. Erst gegen 11 Uhr, wenn die Inventur abgeschlossen ist, öffnet I.D. Sievers dann auch wieder seine Türen. „Im Gesamtunternehmen haben wir rund 250 000 Artikel. Im Idealfall sollen die bei der Zählung auch alle vorhanden sein, aber Inventur-Differenzen gibt es immer“, betont Bornhöft. Gründe dafür gebe es viele, hauptsächlich seien es Buchungsfehler – etwa bei Preisreduzierungen – Umtausch in Filialen und Diebstähle. Um sich und seinen Angestellten die Arbeit zu erleichtern, hat Bornhöft zum mittlerweile dritten Mal einen Inventur-Verkauf gestartet. Bis zu diesem Wochenende gab es bereits reduzierte Artikel noch einmal zehn Prozent günstiger. Hintergrund: „Jeden Artikel, den wir vorher verkaufen, müssen wir nicht mehr zählen“, so Bornhöft.

Die Arbeit bereits hinter sich hat Peter Althaus, Inhaber von WMF Althaus in der Holsteiner Straße. In dem Laden für Porzellan und Haushaltswaren gab es zwar jede Menge Artikel zu zählen. „Aber wir waren so gut vorbereitet, dass wir schon vor Silvester mit der Inventur fertig waren“, sagt Althaus. Schräg gegenüber, beim „Handarbeitshouse Kraatz“, steht die Bestandsaufnahme noch bevor. Für Inhaberin Gunda Bertels ist es bei weitem nicht die erste Inventur, aber sie gibt zu: „Meine Lieblingsbeschäftigung ist es mit Sicherheit nicht. Doch meistens läuft es unkompliziert ab.“ Beim Zählen der vielen Wollknäuel habe sie den Faden trotz parallel laufender Kundenberatung noch nie verloren.

Als „ganz normal“ bezeichnet Julia Lange die Inventur – dabei können sich bei ihr einige Artikel sogar verstecken. Bei Zoo & Co. an der Parkallee in Büdelsdorf bereiten vor allem die Fische in den Aquarien ab und zu Probleme, verhältnismäßig einfach seien dagegen Vögel und Nager zu zählen, denn „die halten auch mal still“. Das wiederum machen die kleinen Kunden bei Kruse Spiel & Fun in der Nienstadtstraße nur selten. Aber während die Kinder sich mit großen Augen die Spielwaren ansehen oder sich mit der Murmelbahn beschäftigen, müssen Brettspiele, Puppen, Playmobil-Artikel und Puzzles erfasst werden. „Dabei gehen wir firmenweise vor. Wir zählen nach und nach, einige Regale haben wir schon geschafft“, sagt Hannah Czernitzki. Wirklich störend wirke sich die Inventur nicht aus, sie sorge lediglich für ein wenig Unordnung.

Ein ganz anderes Prinzip hat Beate Brendemühl. In ihrem Schreibwarenladen am Altstädter Markt findet die Inventur erst im Sommer statt. „Das Weihnachtsgeschäft ist unsere stärkste Zeit. In der möchten wir möglichst entspannt und für unsere Kunden da sein und nicht auch noch an die Inventur denken“, sagt die Inhaberin. So konnte sie zwischen den Feiertagen ihren Mitarbeiterinnen frei geben.


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