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Neue Halle in Rendsburg : Das größte städtische Bauprojekt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Grundsteinlegung für die Mehrzweckhalle Mastbrook ist erfolgt. Das Projekt kostet 6,55 Millionen Euro.

Bei der Grundsteinlegung für das größte Bauprojekt der Stadt Rendsburg im Jahr 2017 schoss Detlef Vogel gestern gleich der Gedanke an den Abriss durch den Kopf. Auf der Baustelle einer neuen Mehrzweckhalle neben der Stadtteilschule Mastbrook wollte der Leiter den versammelten Klassen erläutern, warum er eine Zeitkapsel mit ihren Gemälden, Tageszeitungen, Euro-Münzen, dem Schulprogramm, den Bauplänen und einem Foto des Architektenteams in das Fundament des Gebäudes einbetoniert. Aber offensichtlich leuchtete ihm der Brauch selbst nicht ein. Er führte aus, dass der Inhalt des Kupferrohrs dem Bau Glück bringen und Menschen in der Zukunft zeigen solle, wie das Leben 2017 aussah. „Aber das ist seltsam, denn der Behälter kann erst gefunden werden, wenn das Gebäude abgerissen wird“, merkte Vogel an. Er wischte diesen Gedanken aber sogleich mit dem Wunsch beiseite, „dass das Bauwerk den Menschen in der Schule und im Stadtteil ein lebendiger Ort der Bewegung und Begegnung sein möge“.

Große Zeiträume kamen gestern mehrfach zur Sprache. Wie Stadtpräsidentin Karin Wiemer-Hinz erinnerte, denkt die Politik seit mehr als zehn Jahren über eine Belebung des Stadtteils nach. Sieben Jahre dauerte die Planung der Halle. 30-mal befasste sich die Politik währenddessen mit dem Thema. Seit drei Jahren widmet sich der Architekt Filip Nosek dem Projekt nach eigenem Bekunden fast täglich. Der Beschluss der Ratsversammlung im Jahr 2015 mit 17 Ja- gegen 14 Nein-Stimmen für den Neubau blieb bis zuletzt umstritten. Ein Streitpunkt waren Wiemer-Hinz zufolge die Kosten, die mit 6,55 Millionen Euro zu Buche schlagen. Davon übernehmen Land und Bund 4,6 Millionen Euro über die Städtebauförderung.

Im Juni 2018 sollen die Mastbrooker den 1800 Quadratmeter großen Komplex beziehen können. Er umfasst eine etwa 800 Quadratmeter große, zum Teil wettkampftaugliche Zweifeld-Halle, einen zirka 600 Quadratmeter großen Freizeittreff mit drei Gruppenräumen und einem Büro für die offene Jugendarbeit der „Brücke“, eine Küche, ein geräumiges Foyer und einen ungefähr 140 Quadratmeter großen Multifunktionsraum mit Bühne und Bestuhlung für kulturelle Veranstaltungen. Wiemer-Hinz, die als Lehrerin an der Schule arbeitet, sagte: „Die Mehrzweckhalle, das Stadtteilhaus und die Stadtteilschule werden zum Zentrum für Bildung, Kultur und Sport im Stadtteil Mastbrook.“

Bürgermeister Pierre Gilgenast wurde einst selbst in der Einrichtung eingeschult und betonte: „Es ist ein ganz stolzer Moment für die Schule, den Stadtteil und ganz Rendsburg.“ Das Gebäude sei von 1966 bis 1968 errichtet worden. „So wundert es nicht, dass wir in diesem Bereich etwas Neues erstellen müssen“, merkte er an.

Schüler und Lehrer zeigten große Freude über den Baustart. Die Drum-4-Fun-AG der Schulsozialarbeiterin Stephie Johannsen schlug Rhythmen mit Feilen, Hammern und Leerrohren. Lehrerin Mechthild Gierse-Schmidt und die Klasse 1  b trugen ein Bauarbeiterlied mit Bewegungen vor. Die Klasse 2  b und Lehrerin Susanne Büge sangen den Klassiker „Wer will fleißige Handwerker sehen?“. Sechs Kinder musizierten fröhlich mit Xylophonen.

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erstellt am 09.Jun.2017 | 10:54 Uhr

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