Internet-Empfang in der Innenstadt : Das „freie Netz“ für alle ist löchrig

Am Schiffbrückenplatz bietet der Bekleidungsriese „H  &  M“ freien Internetzugang („H  &  M Free WiFi“). Das Signal reicht sogar schwach bis zum Bäcker gegenüber. Die Stadtwerke Rendsburg haben an diesem Standort keinen eigenen Verteiler.
Am Schiffbrückenplatz bietet der Bekleidungsriese „H & M“ freien Internetzugang („H & M Free WiFi“). Das Signal reicht sogar schwach bis zum Bäcker gegenüber. Die Stadtwerke Rendsburg haben an diesem Standort keinen eigenen Verteiler.

An sechs Hotspots bieten die Stadtwerke in Rendsburg kostenfreies Internet. SPD fordert: Geschäfte sollen ihr WLan öffnen.

shz.de von
23. März 2017, 08:38 Uhr

Wer mit seinem Smartphone oder Tablet kostenlos im Internet surfen will, der ist in der Rendsburger Innenstadt bisher nicht allzu gut aufgehoben. Zwischen der Holsteiner Straße und dem Altstädter Markt stellt lediglich das Modegeschäft „H&M“ am Schiffbrückenplatz sein Netz frei zugänglich zur Verfügung. Jenseits des Alten Rathauses sind Internetnutzer dann jedoch besser aufgehoben. Vor dem Landestheater stehen gleich zwei der sogenannten WLan-Hotspots zur Auswahl. Neben der Sparkasse Mittelholstein bieten hier auch die Stadtwerke Rendsburg drahtloses Internet an.

„Seit letztem Sommer gibt es sechs solcher Hotspots im Rendsburger Stadtgebiet“, sagt Mitat Karahan, Leiter der Abteilung Breitbanddienste beim kommunalen Energieversorger. Neben dem Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz werden auch das Gymnasium Kronwerk, das Helene-Lange-Gymnasium, die Herderschule, die Christian-Timm-Schule und das Schwimmzentrum mit einem Gratis-Datensignal versorgt.

Der Grund dafür, dass der kostenfreie Dienst vor allem im Bereich von Schulen genutzt werden kann, waren die Europäischen Jugendspiele im vergangenen Sommer in Rendsburg. Den vielen jungen Athleten sollte es so möglich gemacht werden, während der Wettkämpfe Kontakt nach Hause aufzunehmen.

In diesem Jahr wollen die Stadtwerke auch in Büdelsdorf Hotspots errichten. In Rendsburg hingegen sind vorerst keine weiteren geplant. „Zuerst einmal sollte man eine Inventur machen, um zu sehen, wo es bereits kostenfreies WLan gibt“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr. Erst danach sei es sinnvoll, weitere öffentliche Verteiler bereitzustellen. Landesweit, so Spehr, liege Rendsburg bei der freien WLan-Versorgung etwa im Durchschnitt.

Der SPD-Ratsfraktion ist das zu wenig. „Ich halte den kostenlosen Internetzugang in der Stadt noch nicht für ausreichend“, sagt Fraktionsvorsitzender René Sartorius. „Gerade an den Plätzen, die nicht in der Innenstadt liegen, beispielsweise auf den Fähren, fehlt es bisher an Möglichkeiten, kostenlos mit dem Handy ins Netz zu kommen.“ Um das Problem zu lösen, fordert er nicht die Einrichtung weiterer Zugriffspunkte. Vielmehr müsse die Stadt dafür sorgen, dass Ladenbesitzer ihr bestehendes Netz für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen.

Tatsächlich werden beim Gang durch die Innenstadt die Funknetze vieler Geschäfte im Display des Handys sichtbar. Doch sind diese oft mit einem Passwort verschlüsselt und nicht zugänglich. Das hat rechtliche Gründe: Die sogenannte Störerhaftung macht die WLan-Beteiber für Rechtsverletzungen, die andere in ihrem Netz begehen, noch haftbar. Ein Gesetzesentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums soll dies ändern. Sollte er durchkommen, könnten in Zukunft auch kleine Läden, Cafés oder Restaurants ohne Bedenken für eine bessere Netzabdeckung sorgen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen