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Militärübung : Das dreifache „Glück ab“ half nicht gegen schlechtes Wetter

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jawtex-Manöver: In Hohn bereiteten sich 258 Fallschirmjäger auf Einsatz vor. Abspringen konnten sie jedoch nicht.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2014 | 11:09 Uhr

Mit dem Fallschirm in feindliches Gebiet springen, es befrieden und sichern – auf dieses Szenario haben sich gestern 258 deutsche und niederländische Soldaten auf dem Fliegerhorst in Hohn vorbereitet. Sie rechneten mit Gegenwehr, entsprechend martialisch hatten sich manche das Gesicht mit Tarnfarbe bemalt. Das Lufttransportgeschwader (LTG) 63 hatte die Aufgabe, die Soldaten ins Einsatzgebiet zu fliegen. Für den Stützpunkt eine organisatorische Herausforderung.

„Das Szenario ist auf fast jedes Krisenland der Erde übertragbar“, sagte der Sprecher des LTG 63, Stabsfeldwebel Thomas Bagemühl. Das für Militärs lebensnahe Manöver ist für das LTG 63 Höhepunkt der Übung Jawtex (Joint Air Warfare Tactical Exercise), einer der größten Nato-Manöver auf deutschem Boden (wir berichteten). Die Soldaten sollten gestern östlich von Stendal in Sachsen-Anhalt abspringen. Allerdings spielte das Wetter nicht mit – die Fallschirmspringer wurden nicht abgesetzt und kehrten nach Hohn zurück. Nach dem Absprung über dem Norden des Übungsgebietes hätten sie sich nach Süden durchschlagen und das Gelände als Feldflugplatz einnehmen müssen, damit das LTG 63 mit einer Transall-Maschine dort landen kann. Die „ungeplante Landung in feindlichem Gebiet“ üben die Piloten dennoch, um auf Einsätze in Krisenländern vorbereitet zu sein.

Das Vorhaben war auch für die Fallschirmspringer nicht umsonst. Mit großem Aufwand hatten sie sich in einer Halle am Flugfeld vorbereitet. Als oberster Absetzleiter überprüfte Oberstabsfeldwebel Michael Emmerich, ob seine Soldaten Gepäck und Fallschirm richtig angelegt hatten. Wenn die insgesamt 57 Kilogramm schwere Ausrüstung richtig saß, gab er ihnen ein Zeichen mit einem Klaps auf die Hüfte oder die Schulter. „Früher gab es den auf den Hintern, doch seitdem Frauen bei der Bundeswehr sind, machen wir das anders“, sagte er. Wie vor jedem Sprung spielten die Soldaten dann mit angedeuteten Handgriffen durch, was sie machen müssen, falls sich der 87 Quadratmeter große Schirm nicht oder falsch entfaltet. Mit einem lautstarken dreifachen „Glück ab“ bestiegen sie fünf deutsche Transall-Maschinen und eine niederländische Herkules.

„Für uns ist es außergewöhnlich, mit so vielen Kameraden zu üben“, sagte Thomas Bagemühl. Bereits am Freitag seien die ersten Fallschirmspringer der niederländisch-deutschen „Division Schnelle Kräfte“ eingetroffen. Die Hohner hatten für sie die Turnhalle geräumt und Zelte aufgestellt.

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