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Viel Kunst in zwei Städten : Das blaue Band der Skulpturen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kunstwerke im öffentlichen Raum: Angedacht wurde eine Verbindung vom Heinemann-Park in Rendsburg zur NordArt in Büdelsdorf.

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Ein ganz besonderes Vergnügen bietet der Hans-Heinemann-Park: Einen Kunstspaziergang. Die knapp 30 Skulpturen stellte die Landeszeitung im Sommer in einer Serie vor. Aber Rendsburg hat noch viel mehr Kunst zu bieten. Vom Bär an der Berliner Straße über den Neptun am Kanalufer bis zur Eva am Theater verteilen sich mehr als zwanzig Werke über das Stadtgebiet. Bereits vor vier Jahre arbeitete Rendsburg daran, „Skulpturen-Stadt“ zu werden. „Wir wollen den Heinemann-Park mit dem Kunstwerk Carlshütte verbinden“, hatte der damalige Bürgermeister Andreas Breitner anlässlich der Aufstellung der „Sitzenden Frau“ von Kütemeier vor dem Hohen Arsenal öffentlich erklärt.

Die Idee existiert wahrscheinlich schon viel länger. Wer sie genau ins Spiel brachte, ist nicht ganz klar. So reklamiert Anke Samson vom Stadtmarketing für sich, den Gedanken aufgebracht zu haben – inspiriert von Kassel, von im gesamten öffentlichen Raum Kunstwerke zur „Documenta“ leiten. Und Eberhard Goll vom Rendsburger Kulturkreis (RKK) erinnert sich, bereits mit Hans-Julius Ahlmann und Wolfgang Gramm über die Möglichkeit gesprochen zu haben und sieht so einen Pfad als den großen Wurf. Der NordArt-Kurator Gramm bestätigt: Eine Blaue Linie oder Blaues Band vom Heinemann-Park bis zu den NordArt-Skulpturen sei bereits einmal angedacht gewesen. Er meint sich auch zu erinnern, dass die Idee schon Thema auf einer Stadtvertretersitzung war. Doch dann sei der Plan „in der Schublade geblieben, wurde nicht weiter verfolgt“, bedauert er.

Kunst im öffentlichen Raum aufzustellen, ist allerdings auch nicht ganz einfach. „Skulpturen wachsen nicht wie Pilze aus dem Boden.“ Sie müssten sowohl fachlichen als auch künstlerischen Ansprüchen gerecht werden. Für die Kunstwerke würden Bauvorschriften gelten, weiß Gramm, der in den vergangenen Jahren wechselnde Werke der NordArt im öffentlichen Raum von Büdelsdorf platzierte. Da seien zum einen sichere und standfeste Fundamente zu gießen, was neben der eigentlichen Kunst viel Geld kosten würde und daher wahrscheinlich Sponsoren bedürfe. Zum anderen müssen die Skulpturen „Vandalismussicher“ sein. „Unter anderem deshalb verwenden wir viel Stahl“, erklärt Gramm.

Dass Eva, Bär und Co Opfer von „Anschlägen“ werden können, hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt. Eine private Verschönerungsbewegung dekorierte sie liebevoll wie ungewöhnlich. Vor zwei Jahren wurden dann etliche der Werke auf bestrickende Weise in den Blick gerückt. Allerdings fand vor allem der von VHS-Strickerinnen in Wolle gekleidete Wisent nicht von allen Seiten Zuspruch.

Es gibt noch weit mehr Skulpturen im öffentlichen Raum als diese, die oft im Blickpunkt stehen. Alle sind sie zwar feste Bestandteile des Stadtbildes, aber so mancher nimmt etliche von ihnen kaum noch wahr. Andere wiederum fristen unerkannt und unbeachtet ihr Dasein in Winkeln, in die sich selten ein Besucher verirrt. In den kommenden Wochen stellt die Landeszeitung daher einige der Werke und die Geschichte dahinter vor.

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