zur Navigation springen
Landeszeitung

21. August 2017 | 18:06 Uhr

Aukrug : Das AOA auf den Spuren des WOA

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mit der Feuerwehrkapelle wurde das musikalische Spektakel im Aukruger Freibad eröffnet. Unterschiedliche Bands sorgten für Stimmung bei den jungen und älteren Besuchern.

Stargast John Francis aus Nashville hatte zwar kurzfristig absagen müssen, aber groß vermisst wurde der Country-Sänger aus den USA beim „Aukrug Open Air“ (AOA) nicht. Denn die Künstler, die da waren, boten dem Publikum einen ebenso hochklassigen wie abwechslungsreichen Genre-Mix: von Blues und Rock’n’Roll bis zu Punk, Nu Metall – und Feuerwehrorchestermusik.

Zum Auftakt wandelte das AOA nämlich auf den Spuren des WOA: Wie in Wacken eröffneten die örtlichen „Firefighters“ das Programm. Der Auftritt des Feuerwehrmusikzugs Aukrug, mit dem das Festival begann, war eine Premiere für das AOA. Eine Dreiviertelstunde lang präsentierten die Blauröcke verschiedene Medleys, unter anderem Rockklassiker, Schlager sowie Lieder von ABBA und Helene Fischer. „Wie heißt Ihr?“, wollte das Publikum um 17.20 Uhr von den nächsten Künstlern wissen. „Ich bin Tom Klose“, gab der gebürtige Flensburger Songwriter zur Antwort: „Und das da am Cello ist Niklas Hart.“ Im Vorprogramm von Tim Bendzko war Klose zuletzt in großen Hallen vor 5000 Zuschauern aufgetreten. „Gestern in Lübeck habe ich vor 80 Leuten gespielt, das mach ich genauso gern“, meinte Klose nach seinem ersten AOA-Auftritt. Als er vor zwei Jahren in der Hamburger „Pucca-Bar“ sang, war Andreas Spörke vom AOA-Organisationsteam im Publikum: „Seitdem waren wir in Verhandlungen. Und in diesem Jahr hat es mit dem Auftritt geklappt.“

Sehr viel kurzfristiger gestaltete sich das Engagement der Band „bluheiß“ aus Tellingstedt, die nach Klose im Festivalzelt mit ihrem „U-Boot-Rock’n’Roll“ loslegte. „bluheiß“ rückten als Ersatz für John Francis ins Festival-Lineup nach. „Francis hat uns vor 14 Tagen mitgeteilt, dass er seine Europa-Tournee abbricht, weil er aus privaten Gründen dringend in die USA zurück muss, und es lohne sich nicht, für den Auftritt bei uns noch mal wieder nach Europa zu fliegen“, berichtete Spörke.

Um 18.15 Uhr fuhr ein GM-Geländewagen mit Berliner Kennzeichen aufs Aukruger Freibadgelände, und Spörke feierte ein Wiedersehen mit einem seiner musikalischen Idole: dem Bluesmusiker Peter Schmidt. „Das ist einer meiner Jugend-Heros“, vermerkte Spörke, der den Ausnahmegitarristen 1980 zum ersten Mal live sah, in der gemeinsamen Heimatstadt Stralsund: „Schmidt ist dann nach Potsdam gegangen, hat die Gruppe ‚Handarbeit‘ gegründet – und das war dann die erste englischsprachige Bluesband, die im DDR-Jugendfernsehen auftreten durfte.“ Nach der Wende ging Schmidt in die USA, wo er als Berufsmusiker unter anderem mit ZZ Top und John Mayer spielte. „Am 7. Februar habe ich Schmidt bei einer CD-Releaseparty in Berlin gesehen“, erzählte Spörke, während er auf den Auftritt seines Jugendhelden wartete: „Ich habe ihn später angerufen und gefragt, ob er nicht Lust hätte, beim AOA dabei zu sein – und er hat spontan zugesagt.“ „Einen schönen Guten Abend hier von der Bluesbühne wünscht Ihnen unser kleines Orchester: Herr Schmidt und Herr Haase“, begrüßte Schmidt um kurz vor 19 Uhr das AOA-Publikum und legte schon beim einleitenden „Red Headed Woman“ ein Gitarrensolo hin, das an die Spielweise von Eric Clapton erinnerte. Nach einer umjubelten Coverversion des „Chocolat buttercream-filled Cookie Blues“ wandte sich Schmidt ans Publikum: „Wir möchten uns bei allen bedanken, die es möglich gemacht haben, dass es diesen Ort hier gibt, wo wir Live-Musik spielen können.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen