Tourismus : Darum sind sie hier und nicht auf Sylt

<p>Seit 23 Jahren reisen die Niederländer Eddy und Ella Westveer an den Nord-Ostsee-Kanal. Das Fahrrad in knalligem Orange ist immer dabei. Fotos: Riebensahm (3)/Tourismus Mittelholstein</p>
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Seit 23 Jahren reisen die Niederländer Eddy und Ella Westveer an den Nord-Ostsee-Kanal. Das Fahrrad in knalligem Orange ist immer dabei. Fotos: Riebensahm (3)/Tourismus Mittelholstein

Urlauber schätzen den Kanal und die Rendsburger.

shz.de von
03. Juli 2018, 10:11 Uhr

Rendsburg | Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist das Aushängeschild Rendsburgs und ein Magnet für Urlauber. Das wissen auch die Mitarbeiter in der Tourist-Info am Altstädter Markt, die in diesen Tagen und Wochen viel zu tun haben – besonders im Hinblick auf den Start der Sommerferien in Schleswig-Holstein am kommenden Wochenende.

Noch bevor die Hauptanlaufstelle für Auswärtige um 10 Uhr aufmacht, stehen Kunden vor der Tür, berichtet Christiane Tepker, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins Tourismus Mittelholstein. Neben dem NOK werden vor allem die Eisenbahnhochbrücke und die seit 2016 abmontierte Schwebefähre nachgefragt. „Wir müssen die Urlauber dann immer vertrösten.“ Obwohl das historische Verkehrsmittel vor zweieinhalb Jahren havarierte und seitdem nicht mehr verkehrt, wird es immer noch in zahlreichen Reiseführern aufgelistet.

Geht man über den Altstädter Markt oder durch die Hohe Straße, sieht man täglich mehr Radfahrer. Oft mit schwerem Gepäck und trainiert wirkenden Beinen. Zwei von ihnen sind Eddy (63) und Ella Westveer (59) aus den Niederlanden, die mit ihren orangenen Drahteseln keinen Hehl aus ihrer Nationalität machen. Sie kommen seit 23 Jahren in die Region – mindestens einmal im Jahr. „Es ist so schön hier. Rendsburg ist eine gemütliche Stadt“, findet Ella Westveer. Man könne hier gut entspannen. Ein Urlaub ohne Rad kommt für sie nicht infrage. Warum Kanal-Touren so gut ankommen, erklärt sich Christiane Tepker wie folgt: „Wo hat man das schon, dass man mit den Traumschiffen um die Wette radeln kann?“ Das hat selbst Sylt nicht zu bieten.

Obwohl die Niederländer Eddy und Ella Westveer schon eine ganze Menge von Rendsburg gesehen haben, gibt es immer noch unerledigte Punkte auf ihrer Liste. Jetzt sind sie zum ersten Mal durch den Fußgängertunnel gefahren. An einer Stadtführung haben sie ebenfalls noch nicht teilgenommen. Gern würden sie zudem wieder die Schwebefähre sehen. „Wir vermissen sie“, berichtet Eddy Westveer.

Peter Zimmer und Monika Ockel sind ebenfalls Wiederholungstäter. Seit etwa zehn Jahren kommen die Saarländer in den Norden. „Es ist wunderschön“, sagt der 60-Jährige. Er, seine Frau und Hund „Anton“ fühlen sich hier wie zu Hause. „Die Rendsburger sind fast so nett wie die Saarländer“, scherzt Zimmer.

Über das sonnige Wetter und die Urlauber freut sich auch Christina Kühl, Hausleiterin im Hotel „Pelli Hof“. „Wir sind gut gebucht.“ Ihre Gäste kommen aus allen Bundesländern. Vor vier Wochen checkten sogar Australier ein. Auch sie wollten sich das Schauspiel mit den Schiffen nicht entgehen lassen. Anschließend ging es mit dem Rad nach Dänemark.

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