Sehestedt : „Danke, Rita, danke für alles“

Mit Blaulicht und Martinshorn zur Abschiedsfeier: Torsten Jürgens-Wichmann (rechts) empfängt Rita und Willi Koop. Fotos: Sopha
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Mit Blaulicht und Martinshorn zur Abschiedsfeier: Torsten Jürgens-Wichmann (rechts) empfängt Rita und Willi Koop. Fotos: Sopha

Langjährige Sehestedter Bürgermeisterin Rita Koop erhielt zum Abschied aus dem Amt die Ehrenbürgerwürde.

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20. August 2018, 09:37 Uhr

Kurz vor elf Uhr am Sonnabend war auf der Sehestedter Nordseite ein Martinshorn zu hören. Brandeilig hatte es die Feuerwehr nicht: Sie brachte Rita und Willi Koop zum Kanal-Treff, wo ein Zelt aufgebaut war und bereits eine große Menschenmenge wartete. Rund 300 Sehestedter feierten den Abschied ihrer langjährigen Bürgermeisterin aus der Kommunalpolitik.

„Die rote Rita“ – so ist sie bekannt. Die 73-Jährige ist ein streitbares SPD-Mitglied, scheut keine Konflikte und keine Diskussion. Authentisch und gradlinig ist sie. Alle Weggefährten wissen das zu schätzen – ob sie nun immer einer Meinung mit ihr sind oder nicht. Das wurde in den zahlreichen Reden deutlich. Und immer wieder hießt es am Ende der Ansprachen: „Danke Rita, danke für alles“.

„Wir haben im zwischenmenschlichen Kontakt viele Probleme auf dem kleinen Dienstweg gelöst“, bescheinigte Andreas Betz, Amtsdirektor der Hüttener Berge, der Ex-Bürgermeisterin. Der Umgang sei von Respekt und Wertschätzung geprägt gewesen. „Du, liebe Rita, hast uns gut getan!“ Kreispräsidentin Juliane Rumpf, Sehestedterin und ebenfalls langjährige Weggefährtin, erklärte: „Du hast dich überall engagiert zum Wohle der Bürger“. Sie betone die Vorbildfunktion, die Rita Koop erfüllt hat – was sich nicht zuletzt am Sehestedter Jugendbeirat zeigt, an dessen Spitze seit März dieses Jahres drei Mädchen stehen.

Vom Kreis gab es den Ehrenteller, von der Gemeinde die Verleihung der Ehrenbürgerwürde und das entsprechende Schild. Kaum ein Besucher, der keine Blumen dabei hatte. Dazu gab es Bücher (beide Koops lesen gerne) und von der Gemeinde einen Reisegutschein nach Büsum. Das „Taschengeld“ für den Ausflug steuerte das Amt bei. Wie wichtig der Beistand der Familie sei, wurde ebenfalls deutlich gemacht. Ehemann Willi war immer zur Stelle, wenn Rita seine Unterstützung benötigte. Torsten Jürgens-Wichmann, lange Jahre der zweite Mann an der Seite von Rita Koop (in der Politik) und ihr Nachfolger, ließ die Stationen ihrer Karriere in einer launigen Rede Revue passieren und hob die unter ihr realisierten Projekte hervor, wie den Kanal-Treff. Ein Höhepunkt ihrer Bürgermeister-Zeit war der Besuch von Bundespräsident Steinmeier in dem neuen Gebäude. Den knallroten Hut trug die „rote Rita“ auch an jenem Tag.

Dann stimmten drei Mitglieder der Gruppe „North Frisian Pipes & Drums“ ihre Dudelsäcke, denn genau wie zur Partnergemeinde Lohmen hat Rita Koop auch Kontakte nach Schottland gepflegt. Sie ist mit einem lachenden und weinenden Auge aus dem Amt geschieden. Und genauso betrachten viele Sehestedter ihren Politik-Abschied. „Ohne euch wäre ich gar nichts gewesen“, dankte Rita Koop den Bürgern. Eine Redemanuskript hatte sie nicht dabei. Während ihrer Amtszeit hatte sie es meist vergessen. Aber an ihre kernigen Reden erinnerten sich an diesem Vormittag die meisten der Anwesenden.

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