Kanal-Geflüster : Dankbarkeit

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13. April 2013, 08:57 Uhr

Die Innenstadt-Kaufleute wehren sich. Nach einigen Dutzend Einbrüchen und Einbruchsversuchen haben sie den Weg in die Öffentlichkeit gesucht, um auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Was blieb ihnen auch anderes übrig? Schweigen und die Taten über sich ergehen lassen? Das kann einfach nicht der richtige Weg sein.

Durch die Veröffentlichung wurde plötzlich auch Stadt und Polizei stärker in die Pflicht genommen. Sie stehen sozusagen unter Beobachtung. Die Polizei reagierte bereits mit verstärkter Präsenz. Dass sie weitere Aktivitäten öffentlich macht, ist weder zu erwarten noch vernünftig. Aber allein die Tatsache, dass sich Uniformierte häufiger sehen lassen, ist ein positives Zeichen.

Und die Stadt? Der kreative Prozess des Stadtmarketing muss um einen Aspekt erweitert werden. Es hat schon schöne Aktionen gegeben, die mit viel Einsatz betrieben wurden: Die demenzfreundliche Stadt, die soziale Stadt, die sportliche Stadt - wie wäre es jetzt mal mit der einbrecherfeindlichen Stadt?

Mit einiger Anstrengung hat die Rendsburger CDU einen erneuten internen Streit wieder in den Griff bekommen. Es ging um die Werbung im Wahlkampf, personalisierte Flyer (oder nicht) - und natürlich um Machtkämpfe und offene Rechnungen. Mittendrin wieder einmal Holger Diehr, der stellvertretende Ortsvorsitzende und Schatzmeister. Letztlich wurde der Streit nach einer turbulenten Vorstandssitzung für erledigt erklärt.

Im Raum bleibt jedoch die Frage, wer den CDU-internen Mail-Verkehr öffentlich gemacht hat. Allein das birgt genügend Zündstoff für weitere Turbulenzen.

Der Trend ist nicht gerade überraschend. Wenn es bei Bürgermeisterwahlen um gut dotierte Jobs geht, herrscht schon einiger Andrang. Da fühlt sich so manch bunter Vogel berufen, seinen Hut in den Ring zu werfen. Erfolgreich sind diese Kandidaturen zwar meist nicht, aber sie haben zumindest einigen Unterhaltungswert.

Jetzt aber geht es "nur" um den Einzug in Kreistag, Ratsversammlung, Stadt- und Gemeindevertretungen. Und da geht es anders zu. In Rendsburg beispielsweise haben die Bürger die Wahl zwischen genau den Parteien, die schon seit fünf Jahren in der Ratsversammlung vertreten sind.

Das kann man durchaus langweilig nennen und sich Alternativen wünschen. Wenn man allerdings bedenkt, dass die NPD beispielsweise im Kreis Pinneberg und in der Stadt Neumünster antritt, kann man für diese Art der Langeweile durchaus Dankbarkeit empfinden.

Ein wenig beleidigt war er schon. Bürgermeister Pierre Gilgenast war schon früh auf den Schiffbrückenplatz gekommen, um die Stadt beim Frühstücksradio von NDR 2 zu repräsentieren. Dort wurde er auch höflich begrüßt - das war es dann aber auch. Ans Mikro durfte er nicht. Das hatte sich der Bürgermeister etwas anders vorgestellt.

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